FeedEvoöe
ErdkundeBrockhaus 1882

Evoöe (lat., vom grch. eVot) und Evan (grch. cude), Jubelruf beim Bacchusfest; Evan (und Evius, vom grch. Eöros) wird auch als Beiname des Bacchus gebraucht. Evolena oder Evolene, Pfarrdorf im Bezirk Herens des schweiz. Kantons Wallis, liegt 1378 m über dem Meere, 17 km südsüdöstlich von Sitten in der obern Stufe des Val d'Hérens (s. d.), am rechten Ufer der Borgne und zählt (1880) als Gemeinde 1128 kath. E., deren Haupterwerbsquelle die Alpenwirtschaft ist. Die großartige Gebirgsnatur und das gesunde Höhenklima des Thals Som. E. in den letzten Jahren zu einer beliebten Sommerfrische und Touristenstation gemacht. Rechts von den Felsmauern und Weidehängen der Kette des Sasseneire (3259 m), links von dem aussichtsreichen Pic d'Arzinol (3001 m) überragt, wird das Thal in seinem Hintergrunde von einem Fels⸗ und . umschlossen, welcher an Kühnheit und chönheit der Formen und Mächtigkeit der Erhebung den berühmtesten Alpengegenden * nachsteht. Über dem grünen weidereichen, mit braunen Dörfchen und Weilern übersäeten Thalgrunde erheben sich im SO. die majestätischen Firnpyramiden der Dent Blanche (4364 m) und der Dent d'Hérens (4180 m); südlich steigen die nmn2s Felsnadeln der Dents de Veisivi (3189 und 3425 m) und die eisige Dent Perroc auf und im SW. bildet, an die Gruppe des Mont-Colon (s. d.) sich anlehnend, der vergletscherte, scharf ausgezackte Felsgrat des Aiguilles Rouges (3650m) den Abschluß des Thals. Mit Sitten ist E. durch ein 25 Km Gald Poststräßchen verbunden. Sstlich in das Val d'Anniviers d.) führt der rauhe Col de Torrent (2924 m), üdlich in das ital. Val Pelline der vergletscherte Col de Colon (3130 m), nach SW. in das Zermatt- oder Nicolaithal der großartige Gletscherpaß Col d'Herens (3480 m). Evolution und Involution werden in engl. Lehrbüchern die Radizierung und die Potenzierung genannt. Evolutionen werden in der Taktik alle Bewegungen von Truppenabteilungen genannt, welche auf dem übungsplatze oder dem Kampffelde eine Orts⸗ oder Formationsveränderung bezwecken. Es gibt E. in Linie und in Kolonne, außerdem E. bedußs des Übergangs von der Linie zur Kolonne und umgekehrt. Alle Reglements der neuern Zeit erstreben möglichste Einfachheit der E., da im Gefecht nur die einfachsten Bewegungen verwendbar sind. Auch die Bewegungen von Kriegsschiffen bei Übungen und im Gefecht behufs Anderungen der Formation werden als C. bezeichnet. Evolvieren (lat.), aus⸗, ab⸗, entwickeln, entfalten; auch reflexiv: sich entfalten, ausbreiten, ösfnen. Evomieren (lat.), von sich geben, ausspeien, ausbrechen; davon als Substantiv Evomition. Evonymit, s. Dulcit. Evonymus oder Euonymus, Spillbaum, von Tournefort aufgestellte Pflanzengattung aus der Familie der Celastrineen. Sie umfaßt Sträucher und kleine Bäume, gekennzeichnet durch einen vier⸗ bis fünflappigen, halbunterständigen Kelch, regelmäßige vier-bis fünfblätterige Blüten, welche mit dem Kelche und vier bis fünf Staubgefäßen dem Rande einer konkaven Scheibe eingefügt sind. Kapsel vier⸗ bis fünfeckig, einer Bischofsmütze ähnlich, vier-bis fünffächerig. Die Samen sind mit einem breiigen Samenmantel umgeben. Die drei europ. Arten der Gattung sind E. europaea, der gemeine Spillbaum, die verbreitetste, E. latifolius, die Breitspille, in sterreich und Schlesien, und E. verrucosus, die Warzenspille, in Ostpreußen einheimisch. Die erstgenannte Art ist ein bis 6mehoher Strauch, der im Herbst, wenn er mit den lebhaft roten, vierknospigen Früchten bedeckt, und später, wenn das Laub dunkelpurpurrot gefärbt ist, ein prächtiges Ansehen hat, weshalb er oft als Parkgehölz angepflanzt wird. Der Genuß seiner von einem orangegelben Samenmantel überzogenen Samen erzeugt Erbrechen. Sein feinfaseriges, gelbliches Holz wird gern für feine Schnitzarbeiten, wie auch zur Herstellung von Zahnstochern benutzt. Auch zwei seiner Spielarten verdienen im Park mit verwendet 1 werden, die eine ar. leuco. carpa) mit weißen, die andere (Var. coccinea) mit scharlachroten Früchten. Die Breitspille hat weit größere, zugespitzte, glänzend dunkelgrüne Blätter und größere rote, fünfknospige Früchte. Sie ist die schönste Art der Gattung und wird als Bäumchen gern einzeln in den Gartenrasen gepflanzt. Die Warzenspille ist ein sehr malerischer Strauch von 70 em Höhe, mit warzigen Zweigen und schöner, lebhaft grüner Belaubung. Wenn der erbst herankommt, färben sich die Blätter der weigspitzen schön karminrot in mannigfachen Nuancen. Man pflanzt diesen Strauch einzeln in den Gartenrasen oder stellt ihn an den Rand der Parkgehölze. Bei allen diesen Arten muß man das Auftreten der Spindelbaumwolle (Tinea Evonymella) zu verhindern suchen, deren Raupen die Blätter abweiden und den Strauch mit ihren häßlichen, durch Kot verunreinigten Gespinsten verunzieren. Von den exotischen Spillbaum-⸗Arten verdienen vor allen andern 121 japan. Arten als Ziergewächse Beachtung, E. japonica und radicans. Die erstere ist ein eleganter Strauch mit gegenständigen Asten und immergrünen, glänzenden, ovalen, gesägten, lang ausgezogenen Blättern. Man hat von ihr auch einige sehr schöne Kulturformen mit weißerandeten oder gelbgefleckten oder auch mit gröern Blättern. Dieser Grünstrauch mit seinen Spielarten eignet sich vortrefflich zur Kultur in kühlen und lichtarmen Wohnräumen, da er, ausenommen zur Zeit des neuen Triebes, kein großes lichtbedürfnis besitzt. Er kann selbst in der geheizten Wohnstube mehrere Monate lang ohne Nachteil aushalten. Die zweite japan. Art, der wurzelnde Spillbaum, hat dünne, gebogene, stark verzweigte Aste, welche am Boden leicht Wurzeln bilden und ihn mit ihrer zierlichen immergrünen Belaubun decken. Ebenso können auch ihre mit silberwei und rosenrot gerandeten Blättern ausgestatteten Spielarten verwendet werden. Damit dieser Laubteppich recht dicht und eben werde, hakt man die stärkern Zweige am Boden fest. Dieser Strauch bedarf im Winter nur einer leichten Bedeckung mit Stroh. Für kühle Wohnräume kann E. radicans auch zur Besetzung von Ampeln Verwendung finden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 461Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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