Exin, Stadt in der preuß. Provinz Posen, Regierungsbezirk Bromberg, Kreis Schubin, Landgerichtsbezirk Bromberg, 18 km westlich von Schubin und 18 kKme im SSW. von Nakel, Station der Linie Schneidemühl-Bromberg-Thorn der Preußischen Staatsbahn, aufeinem kahlen Hügel, in 107m Höhe über dem Meere, daher der höchste Wohnort der Provinz Posen, zählt (1880) 2846 C. (1753 Katholiken, 696 CEvangelische, 393 Juden und 4 Sektierer), von denen sich 1650 des poln. Idioms als Umgangssprache bedienen. E. ist Sitz eines Amtsgerichts, des Kreiswundarztes für den Kreis Schubin, eines Steueramts, und hat zwei kath. Kirchen, eine evang. Pfarrkirche, eine ynagoge, ein kath. Schullehrerseminar, ferner zwei Dral brennereien, von denen eine „Bierbranele rainröhren herstellt, Töpferei, zwei Bierbrauereien und Handel mit Pferden, Rindvieh und Getreide. Die Stadt ist ein besuchter Wallfahrtsort; im Sommer leidet sie oft Mangel an Wasser, da E. keine fließenden Gewässer und nur wenige Brunnen hat. E., ursprünglich Keyn, später Keynia genannt, 1262 gegründet, gehörte ursprünglich zur poln. Wojwodschaft Kalisch (Kalisia) und kam 1772 an Preußen, bei dem es mit der Unterbrechung von 1807 bis 1812 (Herzogtum Warschau) verblieb.