Inowrazlaw, Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Bromberg, Provinz Posen, an den Linien Posen-Thorn und J.⸗Bromberg der Oberschlesischen Eisenbahn, ist Sitz eines Amtsgerichts, eines Landratsamts und einer Reichsbanknebenstelle, hat eine evang. und eine kath. Kirche, eine Synagoge, ein königl. Gymnasium, eine höhere Tochterschule, drei Dampfmühlen und zwei Eisengießereien mit Maschinenfabrik, und zählt (1880) 11558 meist kath. E. Die urkundlich zuerst 1185 erwähnte Stadt liegt auf einem Gipsfelsen in der fruchtbarsten Landschaft der Provinz. Am 22. März 1871 wurde bei J. in einer Tiefe von 130 m ein Salzlager von großer Mächtigkeit erbohrt. Das Salz wird durch eine fiskalische Saline ausgebeutet, die über 400000 Ctr. jährlich produziert, und durch ein Steinsalzbergwerk, das jährlich über 1 Mill. Ctr. Rohsalz produziert. Seit 1876 hat die Stadt ein stark iod-bromhaltiges Solbad. Dabei liegen eine Sodafabrik und mehrere Zuckerfabriken. Der Kreis Inowrazlaw zählt auf 1653 qkm (1880) 84 928 meist kath. E.