Fabius Rullianus, der sich und seiner Famili den Beinamen Maximus erwarb, der Sohn de erstgenannten Marcus Fabius Ambustus. Er so seinen ersten Sieg im zweiten Samnitischen Krieg als Magister equitum 324 v. Chr. erfochten haber Da aber der Diktator ihm verboten hatte, sich i einen Kampf einzulassen, so sollte Fabius wege übertretung dieses Verbotes hingerichtet werder und entging nur mit knapper Not dem Tode. Ii J. 322 kämpfte er als Konsul gegen die Samnite siegreich, 315 erlitt er als Diktator bei Lautu (unsern Terracina) große Verluste, errang jedo schließlich den Sieg. Zum zweiten mal Konsul i J. 310, drang er als der erste röm. Feldherr durch das ciminische Waldgebirge in das nördlich von diesem gelegene Etrurien vor und erfocht alsdann am Vadimönischen See einen —. — von großer Tragweite. Zum dritten mal Konsul, siegte er 308 zuerst über Samniten, Marser und Päligner und brachte dann den Umbrern (bei Mevania) eine schwere Niederlage bei. Als die Samniten sich 298 v. Chr. zum dritten Kriege gegen die Römer erhoben hatten, kämpfte er 297, zum vierten mal Konsul, mit Erfolg gegen jene und erfocht dann 295 in seinem sen3 Konsulat zusammen mit Decius Mus, der schon 308 und 297 sein Kollege gewesen war, bei Sentinum einen großen und entscheidenden Sieg über die Gallier und Samniten, deren Feldherr Egnatius damals siel. Im J. 292 half er seinem Sohne Quintus Fabius Maximus Gurges eine Niederlage, die derselbe von den Samniten erlitten hatte, durch einen Sieg ausgleichen, den 5 endlich zwei Jahre darauf die Samniten in den Frieden und die Abhängigkeit von Rom willigten. Neben seinen kriegeris chen Leistungen bewährte sich Fabius namentlich als Censor 304 v. Chr., als welcher er ebenfalls Decius Mus zum Kollegen hatte, auch als einsichtiger und besonnener Staatsmann, indem er die von Appius Claudius Cäcus getroffenen extremen Maßregeln zu Gunsten der polit. Rechte der geringsten Bürger ohne Grundbesitz und der Freigelassenen beschränkte. Sein Sohn Quintus Fabius Maximus Gurges (d. h. der Schlemmer) führte in der Jugend ein ausschweifendes Leben und war 292 zum ersten mal Konsul; während dieses Konsulats stand ihm, wie erwähnt, im Kampfe gegen die Samniten sein Vater als Unterfeldherr zur Seite. Zum zweiten mal war er Konsul im vierten und letzten Samnitenkriege, Bel dritten mal 265, in welchem Jahre er bei der Belagerung von Volsinii fiel. Noch bekannter als der Sieger von Sentinum ist 1* Enkel oder Urenkel, der Sohn oder Enkel des Gurges, Quintus Fabius Maximus Verrucoffus, berühmt namentlich unter dem Beinamen der Cunctator, den er von seiner bedächtigen Kriegführung gegen Hannibal erhielt. Er hatte schon vor Beginn des zweiten Punischen Kriegs das Konsulat zweimal, 233, wo er über die Ligurer siegte, und 228, f owie 230 die Censur bekleidet. Seinen höchsten Ruhm erwarb er sich aber in dem zweiten Jahre jenes Kriegs, als er nach der Niederlage der Römer am Trasimenischen See 217 zum Diktator (nach Livius, weil ihn nicht der Konsul ernannte, sondern das Volk ihn wählte, angeblich zum Prodiktator) ernannt wurde. Auf den Höhen hinziehend gleich einer Wetterwolke, mit der ihn Hannibal selbst verglichen haben soll, aber jede Schlacht klug vermeidend, nötigte er durch seine stets drohende Nähe den Feind, dem es an Lebensmitteln gebrach, zu immerwährenden Hin⸗ und Wiedermärschen und ermüdete und schwächte ihn so, während Rom wieder Kräfte sammelte. Do gelang es Hannibal, ihn bei Casilinum (dem heutigen Capua) listig zu täuschen und sich den Rückweg durch die Gebirge Samniums nach Apulien zu eröffnen. Das Volk teilte die Ungeduld des Marcus Minucitks Rufus, der des Fabius Reiteroberster war, sah wie dieser in dem klugen Zaudern des Fabius Mangel an Mut und ernannte daher wider alles Herkommen den Minucius ebenfalls zum Diltator. Bald aber ordnete sich Minucius wieder freiwillig unter, da er, von Hannibal in einen Hinterhalt gelockt, nur 3n des seine Rettung zu danken hatte, und die Konsuln des Jahres führten, nachdem Fabius niedergelegt hatte, den Krieg nach seinem Beispiele fort. den J. 215 und 214 befehligte er als Konsul um dritten und vierten mal) neben Sempronius Gracchus und Claudius Marcellus gegen Hannibal und hatte an den Vorteilen, welche die Römer nach der Niederlage bei Cannä allmählich wieder errangen, wesentlichen Anteil. In seinem fünften Konsulat 209 wurde Tarent, seit 212 einer der wichtigsten Stützpunkte Hannibals, von ihm wiedererobert. Sein Sohn Quintus Fabius Maximus eroberte 213 v. Chr. als Konsul Arpi. Bald nach ihm muß diese Familie ausgestorben sein. Denn man findet den Namen dann durch Adoptivsöhnesortgepflanzt. Quintus Fabius Maximus Amilianus war ein leiblicher Sohn von Amilius Paullus, Bruder von Scipio Amilianus, und wurde, wie letzterer einem Scipio, einem Fabius Maximus als Adoptivsohn abgetreten. Er ging 145 v. Chr. als Konsul nach Spanien und kämpfte das Jahr darauf mit Erfolg gegen Viriathus. Von demselben Fabius wurde ein Servilier, Quintus Auch er Maximus Servilianus, adoptiert. uch er kämpfte als Konsul und Prokonsul 142 und 141 v. Chr. gegen Viriathus, ward aber, nachdem er zuerst mit wechselndem Glücke den Krieg geführt hatte und dann bedeutend im Vorteil gewesen war, von Viriathus besiegt, eingeschlossen und zu einem demütigenden Frieden gezwungen. Quintus Fabius Maximus Allobrogicus, ein Sohn des Amilianus, ging als Konsul 121 v. Chr. nach Gallien, wo Gnäus Domitius Ahenobarbus noch als Prokonsul stand, und erfocht am Einfluß der Isere in den Rhöne einen großen und entscheidenden Sieg über die Arverner, die den Allobrogern zu Hilfe gekommen waren. Wegen dieses Siegs triumphierte er das Jahr darauf und erhielt seinen Beinamen. Als Censor (anscheinend seit 109 v. Chr.) erbaute er den ersten Siegesbogen am Forum, den Fornix Fabianus. Ein Zweig des Fabiusschen Geschlechts führte den Namen Pietor von dem Fabius her, der sich durch die Ausmalung des 302 geweihten Tempels der Salus ausgezeichnet hatte. Diesem Zweige gehörte Quintus Fabius Pictor an, der im weiten Punischen Kriege zuerst die Geschichte Roms schrieb, der älteste der sog. Annalisten. Er kämpfte im zweiten Punischen Kriege mit und wurde nach der Schlacht bei Cannä 216 v. Chr. zum Orakel nach Delphi heccucht Sein in griech. Sprache geschriebenes Geschichtswerk ist von Livius, sowie von Dionysius von Halikarnaß und Polyb, und nach Niebuhr und Mommsen namentlich von Diodorus Siculus benutzt worden. Es gab auch eine schwerlich von ihm selbst, sondern von einem Spätern verfaßte lat. Bearbeitung, wahrscheinlich in kürzerer Fassung. Die Fragmente hat zuletzt Peter, Historicorum Romanorum reliquiaes (Lpz. 1870) herausgegeben. Nicht von ihm, sondern von einem spätern Servius Fabius Pictor wurde ein Werk über röm. Sacralrecht (jus pontificium) versaßt. Die erhaltenen Fragmente finden sich ebenfalls bei Peter und in Huschkes Ausgabe der «Jurisprudentiae Antejustinianae quae supersunto (3. Ausg., Lpz. 1874).