FeedCamillus (Marcus Furius)
GeschichteBrockhaus 1882

Camillus (Marcus Furius), berühmter röm. Feldherr, aus einem röm. Patriciergeschlecht, erscheint 403 v. Chr. als Censor zum ersten mal in den röm. Magistratslisten. Im 10. Jahre des letzten Kriegs gegen Veji (396) eroberte er als Diktator diese Stadt. Im J. 394 war er zum dritten mal Konsulartribun. Na der Sage belagerte er als solcher Falerii, dessen ewohner si tapfer verteidigten. Ein Schulmeister, wird erzählt, überlieferte ihm die Kinder der vornehmsten Falerianer, C. aber ließ den Verräter mit gebundenen änden unter Rutenstreichen von den Knaben zurü führen und bewog durch diese Handlung die Belagerten, 00 ihm zu ergeben. Ein Bündnis mit Falerii beenete den Krieg. Als der Volkstribun ucius Apulejus ihn anklagte, nach einigen, einen Teil der rmißt, sind unter K aufzusuchen. Beute von Veji unterschlagen, nach andern, sie ungerecht verteilt zu haben während noch andere den Gebrauch von weißen Rossen beim Triumph als Grund der Klage bezeichnen, ging er freiwillig in die Verbannung und wurde während seiner Abwesenheit zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Nachdem Brennus (s. d.) Rom bis auf das Kapitol erobert hatte, riefen ihn die nach Veji eflüchteten Römer zurück. Zum Diktator ernannt, soll er hierauf an der Spitze eines Heeres von 20000 Römern, denen noch viele Freiwillige aus Latium sich anbehen B. um Entsatz des Kapitols herbeigeeilt sein, ssen DBWatung den Frieden zu erkaufen im Begriff stand. Es kam zum Zusammenstoß mit den Galliern, welche geschlagen wurden und in der Nacht ihr Lager verließen. C. holte sie am folgenden Tage ein und errang einen vollständigen Sieg. Triumphierend zog er nun wieder in Rom ein: aber die Stadt war in einen Schutthaufen verwandelt, und die Tribunen erneuerten den Vorschlag, nach Veji auszuwandern. C. jedoch widerstand dem entschieden und setzte es ½½ durch, daß Rom wieder aufgebaut wurde. Als in der Folge die Bundesgenossen Roms, die Latiner und erniker, absielen, und die Aquer, Volsker und Etrusker die Waffen gegen Rom ergriffen, besiegte sie C. alle und zog zum dritten mal in Rom im Triumph ein. Zum vierten mal soll dem C. aus Anlaß der Unruhen, die Manlius (s. d.) erregte, die Diktatur übertragen worden sein. In dem Kriege gegen Präneste rettete C. als konsularischer Kriegstribun das Heer, das durch die Übereilung seines Kollegen Lucius Furius chon dem Untergange nahe war, und besiegte die ränestiner. Von neuem ward C. zum Diktator ernannt, als die von den Volkstribunen chlnn Licinius Stolo und Gajus Sextius in Vorschlag gebrachten Gesetze 368 die heftigsten Raleichen erregten. Da C. nicht wagte, den nach gleichem Recht im Staate SWerch Plebejern zu widerstehen, dankte er ab. Aber schon im folgenden Jahre übertrug man ihm die Diktatur wieder, als die Gallier sich in der Nähe Roms zuten. C. schlug dieselben bei Alba, und als er zurü gekehrt war, vermittelte er die Annahme der Licinischen Gesetze und dadurch den Frieden zwischen Patriciern und Plebejern. Hierauf ließ er am Fuße des Kapitols der Göttin der Eintracht einen Tempel erbauen, und starb bald nachher, 365 v. K nachdem er sechsmal Kriegstribun mit konsularischer Gewalt, fünfmal Diktator gewesen und vierma triumphiert hatte. Daß die Erzählung von seinen Thaten durchweg vielfache Ausschmückungen erfahren Dene ist schon von Niebu r nachgewiesen worden. teuerdings hat Rommen im einzelnen gezeigt, in welchem Umfange in er Erzählung von den Thaten des C. die Erdichtung Platz ge riffen hat. Dies gilt insbesondere von der angeblichen Verurteilung und Verbannung des C. im J. 391 v. Chr., von seinem Siege über die Gallier, seinem Einspruche gegen den Plan der Verlegung der Stadt 390 v. Chr., seiner vierten Diktatur aus Anlaß der Unruhen des Manlius im semer bedeutendsten Staatsmänner und Feldherren opartigsten histor. Persönlichkeiten Roms, einer wesens (s. unter Legion). Val.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 870Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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