Fabritius (Karl), siebenbürg. Historiker, geb. 1826 zu Schäßburg in Siebenbürgen, studierte 1848— 49 Theologie und Aberna an der Universität Leipzig; heimgekehrt, übernahm er die Redaction des Siebenbürg. Botenv, verlor aber diese Stelle, weil er sich mit dem aufkeimenden polit. Absolutismus nicht befreunden konnte. Er wurde 1850 Professor am Gymnasium zu Schäßburg, 1855 Hilfspriester daselbst, 1865 ordentlicher Pfarrer zu Apolda. Wegen Differenzen auf kirchlichem und polit. Gebiete resignierte er 1879 auf seine Stelle und lebte seitdem zumeist in Budapest; durch 15 Jahre war F. Mitglied des ungar. Reichstags. In polit. Hinsich schloß er sich den ungarnfreundlichen «Jungfachsend an und hatte deshalb mit seinen engern Landsleuten (den siebenbürger Sachsen) manche Mißhelligkeiten. Er starb 1882 zu Budapest infolge eines unglücklichen Sturzes. befaßte sich schon seit 1849 mit litterarischen Arbeiten; er hat namentlich auf dem Gebiete der bung Namhaftes geleistet. Unter seinen 57 histor. Arbeiten sind die bedeutendsten: die Herausgabe der Krausschen Chronik, des «Urkundenbuchs », und die Biographie des Sachsengrafen Markus Pempflinger. Einige seiner Arbeiten sind in ungar. Sprache geschrieben. F. war der erste Sachse, der von der ungar. Akademie der Wissenschaften zu ihrem Mitgliede gewählt wurde.