Brückenthal (Samuel, Freiherr von), österr. Staatsmann, geb. 26. Juli 1721 zu Leschkirch, studierte in Halle und Lald trat dann in den Staatsdienst und wurde bald Gubernialrat, Provinzialkanzler, dann Leiter der siebenbürg. Hofkanzlei und 1774 Gouverneur von Siebenbürgen. Er genoß das Vertrauen der Kaiserin-Königin Maria fölners in seph l Grade; nicht so das ihres Nachfolgers Joeph II., gegen dessen gewaltsame Reformen er Bedenken erhob. Er wurde deshalb 1787 plötzlich pensioniert und trat auch später nicht mehr in den aktiven Staatsdienst. Er starb 9. April 1803 zu Hermannstadt. B. war der größte und glückichte Staatsmann der sächs. Nation Siebenbürgens. Von seinen litterarischen Arbeiten in deutscher und lat. Sprache erschien nichts im Druck; in seinem Nachlasse fand man das druckfertige Manuskript „Denkwürdigkeiten der Siebenbürger Sachsend. B war kinderlos und verwendete seine reichen Mittel auf Prachtbauten, Gartenanlagen und auf wissenschaftliche und künstlerische Sammlungen. Nach seinem Tode hinterließ er seine Bibliothek und die Sammlungen nebst einer Stiftung von 35000 Fl. 50 Erhaltung und Mehrung derselben der sä A. dation. Das Brückenthalsche Museum in J. 1877 etwo besteht: aus einer Bibliothek (im „1877 etwa 30000 Bde., zahlreiche wertvolle Manuskripte und ältere Drucke); aus einer Münzensammlung; aus einer Mineraliensammlung und aus einer Bildergalerie (Originale von Rafael, Guido Reni, 4. Rembran Correggio, Tizian, Rubens, van Dyck, Rembrandt, Teniers u. a.). Vgl. Friedenfels, Bedeus von Scharberge (Wien 1876).