Fabvier (Charles Nicolas, Baron), franz. General, besonders bekannt als Philhellene, geb. 15. Dez. 1783 zu Pont-à-Mousson in Lothringen, trat 1804 aus der Polytechnischen Schule als Offizier in die franz. Artillerie, wurde 1807 von Napoleon nach der Türkei gesandt, um Konstantinopel gegen die Anschläge der Engländer zu befestigen und begleitete dann den General Gardanne na Persien, wo er unter schwierigen Umständen zu Ispahan einen Artilleriepark errichtete. Auf der Rückreise durch Rußland nahm er im poln. Heere Dienste, trat 1809 als Kapitän in die kaiserl. Garde und begleitete 1811 als Adjutant den Herzog von Ragusa nach Spanien, der ihn nach der Schlacht von Salamanca mit Aufträgen an Napoleon nach Rußland sendete. Während des Feldzugs in Sachsen 1813 wurde er Oberst im Generalstabe und nach der Schlacht bei Leipzig Stabschef bei den vereinigten Trümmern der f Armeekorps. Während der Hundert Tage stellte er sich in Lothringen an die Spitze eines Streifkorps, weshalb er nach der zweiten Restauration außer Thätigkeit gesetzt wurde. Doch ward er 1817 wieder als Stabschef unter dem Herzog von Ragusa zur Unterdrückung der von den Ultraroyalisten erregten Unruhen nach Lyon entsendet. Hierdurch in die Anschuldigungen von seiten jener Partei verwickelt, veröffentlichte er zur Aufklärung der Vorfälle die Schrift LVon en 1817 (Par. 1818). Dann machte er eine Reise durch Spanien und bot 1823 den Griechen seine Dienste an, um die er sich durch Disciplinierung des Heeres große Verdienste erwarb, nahm aber infolge des Mißtrauens und der Eifersucht der griech. Häupter gegen den Fremden im Sommer 1828 seine Entlassung und kehrte ach Frankreich zurück. Von dort aus begleitete er im November die franz. Expedition nach Morea, nahm an der Julirevolution von 1830 den mabes br Anteil und wurde zum Chef des Generalstabes er pariser Nationalgarde ernannt, legte jedoch 1831 seine Stelle nieder und zog sich mit dem Grade eines Mareéchal-de-Camp in seine Vaterstadt zurück. Nach der Revolution von 1848 wurde von der Provisorischen Regierung als Geandter nach Konstantinopel geschickt, 1849 aber im Depart. Meurthe in die Legislative gewählt, wo er mit den Konserativen stimmte. F. trat uch 1849 im Kriege gegen Schleswig-Holstein auf kurze Zeit in dän. Dienste. Er starb 15. Sept. 855 zu Paris. F. veröffentlichte auch ein Journal des opéêrations du 6α corps pendant la campagne de 1814 en France (Par. 1819). Fagade (vom lat. facies) nennt man die äußere Ansicht eines Gebäudes oder deren geometrisch gezeichnete Darstellung und unterscheidet Haupt⸗ oder Vorderfagaden, Seiten⸗, Hinter⸗, West⸗, Ost⸗ u. s. w. Façgaden. Weil indes an vielen Gebäuden, besonders wenn solche in geschlossener Reihe an einer Straße stehen, nur eine Ansicht architektonisch ausebildet oder überhaupt nur zu sehen ist, nennt man wohl auch diese Hauptansicht, in welcher sich ewöhnlich der Haupteingang befindet, vorzugsweise F. Die F. ist gleichsam der Ausdruck des ganzen Gebäudes und muß deshalb in streng oranischer Verbindung mit dem Gebäude stehen. Von besonderm Einfluß auf die Gestaltung der F. ist daher die Anzahl und Höhe der Stockwerke, deen Fußböden oder Balkenlagen nach außen durch Gurtgesimse (Zwischengesimse) markiert werden; die innere Einteilung derselben, welche bei größerer Ausdehnung der Fronte durch Vorlagen (Risalite) ausgesprochen wird, wodurch eine wohlthuende sch erreichen der einförmigen glatten Außenwand sich errei Fenster, deren Verhältnisse und architektonische Ausstattung ein besonders wirksames Ausdrucksmittel des Stils und Charakters einer F. bilden. Hierzu kommen entsprechende Horizontal⸗ und Vertikalteilungen der äußern Wandfläche durch eeignet profilierte Sockel⸗, Gurt⸗, Brüstungs-Kämpfer⸗ und Hauptgesimse einerseits und dur Säulen⸗ oder Pilasterstellungen, Lisenen, Eckarmierungen u. s. w. andererseits, um den Charakter oder Reichtum der F. zu erhöhen. Außerdem werden einzelne Teile der Wandflächen durch Ornamentfriese, Bildhauerarbeit, Malerei in Sgraffito oder Fresko, einzelne offnungen, wie Portale, Aussichtsfenster, durch reichere Gestaltung, urch Balkone, Erker, Loggien etc. ausgezeichnet.