Ebeustrauß, Form der monopodialen Blütenstände, s. unter Blütenstand, Bd. III, S. 205. Eber, s. unter Schweine. Eber (Paul), prot. Theolog der Reformationszeit, treuer Freund Melanchthons, geb. 8. Nov. 1511 zu Kitzingen in Franken, infolge eines Unfalls von kleiner und gebrechlicher Körpergestalt, studierte seit 1532 zu Wittenberg, ward 1536 hier Magister der Philosophie und begann philosophische und exegetische Vorlesungen zu halten. Besonders eifrig suchte er das Studium der Geschichte und der Naturwissenschaft zu fördern. Er selbst schrieb eine (lat.) Geschichte des jüd. Volks seit der Rückkehr aus dem Babylonischen Exil' (Wittenb. 1548), einen histor. Kalender, welcher statt der römischen Heiligen geschichtliche Notizen enthielt, und eine naturgeschi 3˙ Handkonkordanz. C. ward 1544 Prosessor er lat. Grammatik, blieb auch während des Schmalkaldischen Kriegs 1546 und 1547, als die Universität sich zerstreute, mit Bugenhagen und Cruciger in der schwer bedrängten Stadt, erhielt 1557 die Professur für das Alte Testament und das 1658 Bucdr an der nas Stas folgte aber schon 1558 Bugenhagen nach als Stadtpfarrer von Wittenberg und Generalsuperintendent des Kurfürstentums Sachsen. Im J. 1559 zum Doktor der Theologie promoviert, trat C. in die theol. Fakultät ein. Er starb 10. Dez. 1569. Schon als Student in persönlicher Freundschaft mit Luther und Melanchthon verbunden, stand er letzterm besonders nahe, und war nach dessen Tode in den Streitigkeiten der Philippisten und strengen Lutheraner der bedeutendste Vertreter der elanchthonschen Richtung. Allem leidenschaftlichen Parteigezänk abhold, drang er stets auf das Wesentliche, worin die Parteien einig seien. So erklärt er betreffs der Abendmahlsstreitigkeiten in seinem a Unterricht und Bekenntnis vom heil. Sakrament des Leibes und Blutes unsers Herrn Jesu Christiv (Wittenb. 1562), er glaube, daß im Abendmahl der wahre Leib Christi gegenwärtig sei und genossen werde, aber nicht in fleischlicher, sondern in unerforschlicher Weise, welche der Glaube festhalten solle, die zu erforschen aber auf Kunnötige Subtilität und fürwitzige Disputationo führe. An allen wichtigen kirchlichen Verhandlungen jener Zeit nahm C. teil; dem Augsburger Interim trat er entschieden entgegen, 1548 war er, auf dem Pe-Porn onvent, 1557 mit Melanchthon auf dem ormser Kolloquium, 1569 verteidigte er auf dem Altenburger Kolloquium gegen die Flacianer Melanchthons Ansicht von der Mitwirkung des menschlichen Willens bei der Rechtfertigung. Als sein Hauptwerk betrachtete E. die im Auftrag des Kurfürsten vorgenommene Verbesserung der lat. Übersetzung des Alten Testaments. Von den nach seinem Tode herausgegebenen Predigten wurden besonders die Katechismuspredigten geschätzt. Auch als geistlicher Liederdichter ist E. zu nennen; man verdankt ihm die Lieder: (Helft Gottes Güte preiseno, «Herr Jesu, wahrer Mensch und Gotto, „Wenn wir in höchsten Nöten stehn. Vgl. Sixt, «Dr. Paul C., der Schüler, Freund und Amtsgenosse der Reformatoreno (Heidelb. 1843): derselbe, «Paul E., ein Stück wittenberger debens aus den J. 1532—69 (Ansb. 1857): Leben und ausgewählte Schriften der Väter und Begründer der reform. Kircher (Bd. 8: Pressel, Eberbach, alte Stadt im Großherzogtum Baden, Kreis Mosbach, im Odenwald, 4 km westlich vom 628 mhohen Katzenbuckel und 18 EKm im NW. von Mosbach, am Fuße des Burghaldernbergs, rechts am Neckar, an der Linie Heidelberg-Würzburg der Badischen Staatsbahn und an der Linie Erbach-E. der Hessischen Ludwigsbahn, ist Sitz eines Amtsgerichts, eines Bezirksamts und einer Bezirksforstei, hat eine höhere Bürgerschule und zählt (1880) 4830 E., die Cigarren⸗ und Lederfabriken, eine Roß-In umethalte ein Eisenhammerwerk und Sägemühen unterhalten, Steinbrüche abbauen und Schiffbau, Schiffahrt, Holz⸗ und Weinhandel treiben. Eberbach, ehemalige sehr reiche Cistercienserabtei bei Hattenheim im Kreise Rheingau, Amt Eltville des preuß. Regierungsbezirks Wiesbaden. Erzbischof Adalbert von Mainz hatte um 1116 an diesem Orte ein Kloster für regulierte Chorherren, Augustinerordens, errichtet und als diese bald entartet, wieder aufgehoben. Die verlassene Besitzung schenkte er 1131 den Benediktinern auf dem nahen Johannisberg, kaufte sie jedoch nachher zurück und ließ durch den heil. Bernhard von Clairvaur ein neues Kloster nach dessen Regel daselbst gründen: 1135 begannen die eingewanderten Mönche unter dem Abte Ruthard den neuen Klosterbau, 118⁶ wurde die in einfachem romanischen Stile gehaltene Kirche eingeweiht, die später vielen 8, d0 Gea-Grafen und Edeln zur Ruhestätte diente; die Grafen von Katzenelnbogen hatten darin ihr Erbbegräbnis. Durch den Bauernkrieg und Dreißigjährigen Krieg verarmte das Kloster; 1803 wurde es aufgehoben und diente von 1811 ab zunächst als Korrektions⸗ und Irrenhaus, später zur Centralgefangenenanstalt. Der östl. Teil der Gebäude enthält die Domänenküferei und den berühmten Kabinettskeller. In der Nähe befindet sich der 278 m hohe schöne Aussichtspunkt Bos und der durch seinen Wein berühmte Steinberg. Unterhalb Hattenheim am Rhein steht das gräfl. Schönbornsche Schloß Reichartshausen. Vgl. Bär, „Diplomatische Geschichte der Abtei C.y (2 Bde., Wiesb. 1851—58), Rossel,«Urkundenbuch der Abtei C.v (2 Bde., Wiesb. 1861—65); derselbe, Die Abtei E. (Wiesb. 1862); Stoff, Die Abtei C. im Rheingaup (Wiesb. 1879). Eberesche (Sorbus) ist der Name einer Laubholzgattung aus der 12. Klasse des Linnéschen Sysiems und der Familie der apfelfruchtigen Laubhölzer (Pomaceae). Die Blüten sind klein, weiß, selten rötlich, in vielblütigen Doldenrispen; die Blütenachse halbkugelig oder kreiselförmig mit kurzen dreieckigen Kelchzipfeln, welche sich nach der Blütezeit zusammenneigen, meist mit drei wei bis fünf) Stengeln. Die Frucht, ein kleiner, beerenähnlicher Kernapfel, ist weich, mit zwei bis fünf dünnhäutigen, ein-bis zweisamigen Fächern. Die C. sind sommergrüne Bäume und Sträucher mit einfachen und zusammengesetzten Blättern. Die Gattung Sorbus wird auch nur als Unterabteilung der Gattung Pirus betrachtet, von der sie 6 namentlich durch kleinere Früchte und dünnhäutige Fruchtfächer unterscheidet. Man kennt außer mancherlei Varietäten sieben europ. Arten, von denen die gemeine Eberesche (S. aucuparia L.), auch Vogelbeere, Quitschbeere genannt, die verbreitetste ist. Ihre Blätter sind unpaarig gefiedert, in der Jugend zottig, später kahl, am Grunde ungleich und ganzrandig, sonst scharf gesägt; die weißen Blüten stehen in großen dichten Trugdolden; die . te sind schön scharlachrot, kugelig, erbsengroß. er Baum erreicht selten eine Höhe von mehr als 15 m. Die gemeine E, ist fast durch ganz Europa und das ganze nördl. Asien verbreitet, sie geht mit der Birke hoch nach Norden und steigt in unsern Gebirgen bis an die Grenze der Baumvegetation, wo sie strauchförmig wird. In Waldungen kommt sie häufig eingesprengt, aber nicht bestandbildend vor, wird jedoch forstlich nicht kultiviert, weil sie im Hochwald höhere Umtriebe nicht aushält und als emichiedene Lichtpflanze viel Raum beansprucht. Dagegen ist sie in den jungen Fichtenkulturen des höhern Gebirges, wo sie sich von selbst einfindet, als vorübergehende Schutzholzart gern gesehen. Am Harz, im Erzgebirge, wo Obst nicht mehr gedeiht, ist die gemeine E. als Alleebaum sehr beliebt. Von Tischlern, Wagnern u. s. w. wird ihr 806 nicht ungern verarbeitet. Die im August bis September reifenden Früchte benutzt man bisweilen zur Branntwein⸗ und Essigbereitung, mit Salz als Viehfutter; sie sind das beste Lockmittel für den Drosselfang in Dohnen. Nahe verwandte Arten sind die zahme E. (8§. domestica L.) und die Bastardeberesche (S. hybrida L.). Erstere 18 ebenfalls unpaarig gefiederte, aber größere Blätter als die gemeine E., größere Blüten mit vor dem Aufblühen rötlichen Blumenblättern, namentlich aber größere, bis 2 cm lange, birnen⸗ oder apfelförmige, gelbe, an der Lichtseite rote Früchte, welche ausgereift teigig und genießbar werden. Sie ist heimisch in Süd⸗ und Westeuropa. Die Bastardeberesche hat längliche, nur am Grunde gefiederte, in der obern Hälfte eingeschnitten gelappte Blätter, Früchte kugelig oder lndoch⸗ erbsengroß, glänzend rot. Dieser bis 15 m hoch werdende Baum ist am verbreitetsten in Nordeuropa. Nicht gefiederte Blätter haben folgende Arten: Die Elsbeere (S. torminalis Crante), deren große Blätter langgestielt und mit gesägten Lappen versehen, deren Früchte ellipsoidisch, 15 mm lang, bräunlichgrün, dann rotgelb, zuletzt braun mit weißen Punkten, 13010 genießbar sind; sie ist ein schöner, bis 20 m hoch werdender Baum Mitteleuropas. Der gemeine Mehlbeerbaum (§. Aria Crante) hat eiförmige oder verkehrt eiförmige Blätter, doppelt gesägt oder mit spitzigen gesägten Lappen, unterseits weißfilzig, oben jung mit abwischbarem Flaum: die Früchte sind kugelig, 65 reif san hoch un sehr mehlig. Der Baum wird bis 15 m hoch und ist einzeln durch ganz Europa verbreitet, liebt, wie die Elsbeere, vorzüglich Kalkboden. Nahe verwandt ist ihm der Schwedische Mehlbeerbaum (. scandica Fries) mit kugeligen, gelbroten, eßbaren Pahrot. die Blätter färben sich im Herbst scharachrot; der Baum wird bis 15 m hoch und nicht selten als Ziergehölz angebaut, und ist heimisch in Schweden und Finland, in den Vogesen, der Schwäbischen Alp, Pyrenäen u. s. w., vereinzelt im Riesengebirge. Der Zwergmispel (S. Chamae mespilus Crante) ist ein Zierstrauch mit kurzgestielten, eiförmigen, doppelt gesägten, fast lederartigen Blättern, welche oben glänzend dunkelgrün, unterseits matt blaßgrün sind; die länglich runden, roten Früchte sind ungenießbar. Die Conversations-Lexikon. 13. Aufl. V. Zwergmispel ist namentlich im südl. Europa heimisch und ein in den Karpaten und in den Alpen für die alpine Formation charakteristischer Strauch. Von amerik. Arten werden in Gärten als Ziersträucher besonders angebaut 8. arbutitolia Koch und 8S. melanocarpa Koch.