Fackeltanz, ein schon im Altertum gebräuchlicher polonaisenartiger Tanz, bei welchem die männlichen Tänzer Wachsfackeln tragen. Früher war er bei Vermählungen fürstlicher und selbst bürgerlicher Personen sehr üblich, auch fügte man ihm Turnierfestlichkeiten an, so z. B. folgte dem Turnier zu Heidelberg 1481 ein Ball, bei welchem auch ein F. stattfand. Bei Vermählung eines Gliedes der königlich preußischen Familie wird regelmäßig in altherkömmlicher Weise ein F. abgehalten, welcher den Schluß der Festlichkeiten des Hochzeitstages bildet. Die Ceremonie hierbei ist folgende. Nachdem sich der Hof am Throne im Halbkreise aufgestellt hat, beginnen bei den Klängen einer entsprechenden Musik und unter Vortritt des Oberhofmarschalls die Staatsminister paarweise, nach dem Datum ihres Berufungspatentes geordnet, die jüngsten voran, in der Hand Wachskerzen tragend, den Umgang im Saale, dem sich das neuvermählte Paar anschließt. Nachdem ein Rundgang vollendet, nähert sich die Braut dem König, ihn durch Verbeugung zu einem gleichen Umgange auffordernd. Ist dieser beendet, so geschieht ein Gleiches der Reihe nach mit allen anwesendon Prinzen. Hierauf beginnt der Rundgang des Bräutigams mit der Königin und den Prinzessinnen in entsprechender Weise. Bei allen diesen Umzügen schreiten die Minister voran. Nach der Beendigung des F. begibt sich das neuvermählte Paar in seine Gemächer. Die Oberhofmeisterin kommt zurück und verteilt das Strumpfband (s. d.), worauf sich die Hochzeitsgäste entfernen. Nn fanden schon in der alten christl. Kirche am Ostersonnabend statt; in neuerer Zeit werden sie meist zu Ehren einer Person oder zum Andenken an ein wichtiges Ereignis gehalten. In Deutschland sind sie namentlich unter der akademischen Jugend gebräuchlich. Fagon (,frz.), Form, äußeres Ansehen von etwas; Art und Weise; Lebensart, in der Mehrzahl soviel wie Umstände, die man macht; sans fagons, ohne Umstände; ein Mensch sans fagon, soviel wie ein Mensch, der keine Umstände macht; Façgon de parler, bloße Redensart. Fagondraht, fagonnierter Draht, auch Dessindraht genannt (frz. fil façonné, fil gaufré; engl. special wire), jeder Draht, dessen Querschnitt eine andere Form als die des Kreises hat. (S. unter Draht.) Fagonnerie (frz.), das Modeln, Blümen des Zeugs; fagonnieren, modeln, mustern; Fagonneur (nicht frz.), Mustermacher; dagegen Fagonnier (frz.), jemand, der viel Umstände macht. HMNN Samt (frz. velours façgonné, engl. figured velvet), samtartige Stoffe, in welchen durch die auf der Verschiedenheit in der Farbe oder Länge des Flors oder auch auf einem teilweisen Aufschneiden desselben beruhende Ungleichheit des Gewebes eine beliebige Zeichnung dargestellt ist. (S. Bildgewebe und Samt.) agonnierte Stoffe, s. Bildgewebe. agonnudeln, Nudeln (s. d.). von verschiedener Form (Ringelchen, Sternchen etc.), s. u. Teigwaren. act . . ., Worte, die man hier vermißt, sind unter Fakt. . . aufzusuchen.