FeedFalkenstein am Harz
BaukunstBrockhaus 1882

Falkenstein am Harz, Schloß, zum Gut Pans-Pee des Gebirgskreises Mansfeld in der preuß. rovinz Sachsen, Regierungsbezirk Merseburg, gehörig, eine Stunde von Ballenstedt, war seit dem 12. Jahrh. Sitz des im Halberstädtischen und Anhaltischen reich begüterten gleichnamigen Grafengeschlechts, welches eine Zeit lang (1137—1237) die Schirmvogtei über das Stift Quedlinburg besaß. Der ausgezeichnetste unter diesen Dynasten ist der in der Vorrede zum „Sachs enspiegelh gefeierte Graf Hoyer von F. in der ersten Hälfte des 13. Jahrh. Der letzte seines Stammes, Burchard von F., vermachte 1332 seine weitläufigen Besitzungen dem Stifte Halberstadt, welches dieselben 1386 an die Herren von Asseburg wiederkäuflich überließ, 1449 aber ihnen völlig zu Lehn reichte. Seitdem war die Burg F. fortwährend der Wohnsitz einer Linie der freiherrlich Asseburgschen Familie, bis dieselbe 1761 sich nach dem nahen Meisdorf, einer am Aus-Pertn des Selkethals gelegenen Falkensteinschen mer t, wandte. Im J. 1832 ließ der preuß. ammecheer und Vizeoberstjägermeister von Asseburg die alte, noch wohlerhaltene Burg, eine der schönsten Zierden des Harzes restaurieren und in bewohnbaren Stand setzen, fodaß sie den zahlreichen, 350 sich einfindenden Jagdfreunden ein anmutiges Obdach gewährt. Sie beherrscht das Selkethal, bietet eine weite Aussicht über den Harz und die magdeburger Gegend und hat durch Bürgers Ballade „Des Pfarrers Tochter zu Taubenhayno, unter welchem Orte das nahegelegene Pansfeld zu verstehen sein soll, ein romantisches Interesse. Im J. 1840 wurde von dem Könige von Preußen die ansehnliche Asseburgsche Herrschaft zu einer Mindergrafschaft Falkenstein und ihr Besitzer in den Grafenstand erhoben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 543Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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