Mansfeld, eins der ältesten gräfl. Geschlechter in Deutschland, das von dem alten Schloß Mansfeld in der gleichnamigen Grafschaft seinen Namen führte, gewann in dem mit der Erbtochter des letzten alten Grafen von M. verheirateten Burkhard von Querfurt, Burggrafen von Magdeburg, im 13. Jahrh. einen neuen Stifter seines Stammes. Die Enkel Burkhards stifteten die Linien M. und Querfurt, und 1475 entstanden die vorderortische und die hinterortische, so genannt nach den von ihnen bewohnten Abteilungen des Schlosses zu M. Die letztgenannte Linie erlosch 1666, nachdem sie sich zuvor noch in die mittel—⸗ ortische und hinterortische Linie geteilt; die vorderortische zerfiel durch die zahlreichen Kinder des Grafen Ernst II. in mehrere Linien, von denen die eislebische oder protestantische 1710 erlosch und die katholische oder bornstädtische, welche die reichsfürstl. Würde erlangte, 1780 mit dem Fürsten Joseph Wenzel im Mannsstamm ausstarb. Die Allodialgüter und der Name gingen infolge der Vermählung der Tochter des letzten Fürsten an das Haus Colloredo über. (S. Colloredo-Mansfeld.) Unter den alten mansfeldischen Grafen hat sich Hoyer, der 1115 in dem Treffen beim Welfesholze blieb, um den Kaiser Heinrich V. verdient gemacht. Zur Zeit der Reformation war es Albrecht, der sich für Luthers Sache erklärte und eine der kräftigsten Stützen der Protestanten in dem Religionskriege war. Peter Ernst, Statthalter von Luxemburg und Brüssel, erhielt den Titel eines Fürsten des Römischen Reichs und starb 1604. Graf Karl von M. that sich im flandr. und ungar. Kriege hervor und starb 1695 ohne Nachkommen. Besonders berühmt ist Graf Ernst von M., ein natürlicher Sohn des Statthalters Peter Ernst. Er wurde 1585 geboren, in der kath. Religion erzogen und leistete dem König von Spanien in den Niederlanden und dem Kaiser in Ungarn wichtige Dienste, sodaß ihn Kaiser Rudolf II. legitimierte. Weil man n aber die Güter, die sein Vater in den Niederlanden besessen hatte, gegen das gegebene Versprechen vorenthielt, schlug er sich 1610 zu den prot. Fürsten und trat zur reform. Kirche über. Er vereinigte sich 1618 mit den mißvergnügten Böhmen, denen er Truppen zuführte, focht lange in Böhmen und am Rhein für die Sache des geächteten Kurfürsten Friedrich von der Pfalz und verwüstete besonders die Staaten geistlicher Fürsten. Mit engl. und franz. Gelde warb er 1625 ein Heer, mit dem er in die österr. Erbstaaten dringen sollte. Bei Dessau 25. April 1626 von Wallenstein geschlagen, setzte er dennoch seinen Marsch bis Ungarn fort, um sich mit dem Fürsten von Siebenbürgen, Bethlen Gabor, zu vereinigen, entließ aber seine Truppen, als dieser seine Gesinnung änderte. In einem Dorfe unweit Zara erkrankte er und starb 20. Nov. 1626. Vgl. Reuß, «Graf Ernst von M. im böhm. Kriege 1618—21 (Braunschw. 1865); Villermont, «Ernest de My (2 Bde., Brüss. 1866) Graf Uetterodt zu Scharffenberg, «Ernest Graf zu M. (1580—1626)5 (Gotha 1867). Mausfield, Stadt in der engl. Grafschaft Nottingham, hat Strumpfwirkereien, Baumwollwaren- und Spitzenfabriken, Handel mit Korn, Malz etc. und zählt (1881) 13 651 E. des Lord-Mayor.