Falklandsinseln, frz. Les Malouines, span. Las Malvinas, brit. on Pai im Atlantischen Ocean, 450 km östlich von Patagonien und der Magellansstraße, zwischen 51—53 südl. Br., 40—44 westl. L. (von Ferro) gelegen, besteht aus zwei großen, durch den Falklandsund getrennten Inseln, Ost⸗ und Westfalkland, und etwa 200 kleinern Eilanden, welche die erstern umschließen. Das Areal wird zu 12532 qkm angegeben. Ostfalkland, 300 kmelang, bis 100 Em breit, eigentlich nur aus einer Reihe von Halbinseln bestehend, wird im N. von den Wickham-Heights von W. nach O. durchzogen, einer aus Quarz bestehenden unwegsamen Felsenkette, mit dem Mount-Osborne (685 m). Von Mineralien hat man Eisen, Blei und Steinkohlen gefunden. Im S. der Wickham-Heights breiten sich sehr niedrige, sanft gewellte, gutbewässerte und anbaufähige Ebenen aus, deren Meeresstrand flach, sandig und schlammig ist. In Westfalkland, 200 Em lang, bis 60 km breit, ziehen die Erhebungen von N. gegen S., ebenfalls aus Quarz gebildet. Mehrere Gipfel haben 500, der Adam sogar 706 m Höhe. Den ganzen Archipel umgibt ein Seegrasmeer, das sich in der Breite von 10—15 Längengraden bis über 40 südl. Br. gegen NO. erstreckt. Die beiden Hauptinseln sind reich an großen, mit trefflichen Häfen versehenen Baien (die östliche hat 25, die westliche 15), die den auf Walfischfang und Robbenschlag im Antarktischen Meere ausgehenden Schiffen als Sicherheitsstation dienen. Das Klima ist sehr gesund, zwar entschieden insularisch, doch gleichmäßiger als in England unter gleicher geogr. Breite. Das Thermometerzeigt im Winter — 1s1bis + 10C., im Sommer + 4,4bis 18,33C. Regen fällt zwar häufig, aber selten anhaltend. Die Luft ist sehr bewegt, stürmisch, die vorherrschenden Westwinde ruhen selten. Eine Folge davon ist der völlige Mangel an Baumwuchs. Doch liefert der Torf guten Brennstoff in unerschöpflicher Menge. Die Steinkohle tritt nicht in hinreichender Menge auf, um sie bauwürdig zu finden. Die Inseln sind mit Bündeln des 2—3 m langen und groben Tussockgrases besetzt, welche eine überaus kräftige Weide abgeben und, wenn abgeweidet und niedergebrannt, durch kurzes, feines Gras und Klee ersetzt werden. Der Weizen kommt selten zur Reife; Gerste und Hafer gedeihen, ebenso alle europ. Gemüse. Der Warrah oder Wolfsfuchs (Canis antarcticus) gehört nach Darwin nur diesen Inseln an und ist vom patagon. Fuchse verschieden. Das von den Europäern früher aus den La Plata-Ländern eingeführte Rindvieh hat sich so vermehrt, daß es jetzt die Grundlage der ganzen Skonomie der Kolonie bildet. Rinder wie Schafe und Pferde leben in wilden Herden, die durch Gauchos eingebracht werden; auch Vögel und Fische gibt es sehr viel. Seehunde und Robben leben an den Küsten in großer Zahl und der gewöhnliche schwarze Walfisch zeigt sich häufig an der Westküste von Westfalkland. Gesehen wurden die Inseln zuerst 14. Aug. 1592 von dem Engländer John Davis, dem Begleiter Cavendishs, worauf sie Rich. Hawkins 2. Febr. 1594 im eigentlichen Sinne entdeckte und die westl. Hauptinsel Hawkins Maidenland (Jungfrauenland, zu Ehren der Königin Elisabeth) benannte. Der Engländer Strong, der sie 1690 besuchte, gab der ganzen Gruppe nach seinem Gönner, dem Lord Falkland, den jetzigen Namen. Im J. 1714 nannte sie ein franz. Kapitän die Anican-Inseln, Roggeveen 1721 nannte sie Südbelgien, andere Franzosen die Neuen St.⸗Louis-Inseln. Zahlreiche Fischer von St.⸗Malo in der Bretagne fuhren jährlich hierher und wurden auch die ersten Ansiedler, und nach ihnen heißen die Inseln edie Maluinene. Die erste Niederlassung wurde von den Franzosen unter Führung Bougainvilles 1763 gegründet, nämlich Port-Louis am Westende des 30 km langen Berkeleysundes auf der Ostküste von Ostfalkland. Ihnen folgten 1766 die Engländer durch Anlage von Port-Egmont auf der Nordwestküste von Westfalkland. Spanien kaufte dann 1767 den Fran-Gasa Port-Louis ab und zwang 1770 die kleine engl. esatzung von Port⸗-Egmont zur Kapitulation. Aber schon 1771 erzwang sich England die rechtliche Anerkennung der Kolonie Port-Egmont, die indessen 1774 unter Rechtsverwahrung der brit. Krone wieder aufgegeben wurde. Auch Spanien ließ um dieselbe Zeit seine Niederlassung eingehen, ohne dadurch seine Ansprüche auf den ganzen Archipel aufzugeben. Die Inseln blieben gänzlich unbewohnt, bis sich 1820 zu Buenos-Ayres eine Gesellschaft zur Kolonisierung der F. unter Leitung eines Deutschen, Namens Vernet, bildete. Die Kolonie war im be910 Gedeihen, als Vernet 1831 mit nordamerik. kobbenschlägern wegen deren unvernünftigen Jagens der Robben und des wilden Rindviehs in Streit geriet, infolge dessen ein nordamerik. Kriegsb Port-Louis zusammenschoß und die Kolonisten als Gefangene nach Buenos-Ayres führte. Die F. wurden hierauf 1833 von England besetzt, und 1840 beschloß die brit. Regierung die Kolonisation der Inseln. Zunächst wurde die Ausbeutung des Rinddiehs auf Ostfalkland ins Auge gefaßt. Auch gewann die Kolonie dadurch bedeutend, daß 1850 der Regierungssitz von Port-Louis nach dem günstiger gelegenen Port-Stanley verlegt wurde. Dieser, seit 1844 durch allmähliche Übersiedelung aus Rerde Louis entstandene Ort hat eine inl bequeme Reede und einen innern Hafen von hinlänglicher Tiefe, Sicherheit und Geräumigkeit für 22 Linienschiffe ersten Ranges. Die Kolonie hat große Bedeutung als Halbwegsstation und Steinkohlendepot für die Oceanfahrer. Die Bevölkerung belief sich 1880 auf 1553 Seelen (976 männlichen, 577 weiblichen Geschlechts), der Import 1880 auf 34000, der Export Gäute, Hörner, Knochen, Wolle, Seehundsfelle, hran u. s. w.) auf 89000, die Einnahmen auf 7000, die Ausgaben auf 7000 Pfd. St. Jährlich laufen 30—40 Schiffe ein. Vgl. Dom Pernetty, Histoire d'un voyage aux iles Malouinesv (2 Bde., Par. 1770); Dumont d'Urville, «Flore des iles Malouines (Par. 1825). Conversations-⸗Lexikon. 13. Aufl. VI.