Famülus (lat., d. i. Diener), im Mittelalter Bezeichnung für die durch die Lehnspflicht abhängigen Dienstmannen, später auch für die Schildknappen der Ritter. — Jetzt wird das Wort auf den deutschen Universitäten zur Bezeichnung derjenigen Personen, meist Studierenden, angewendet, welche für die einzelnen Professoren die Geschäfte besorgen, die sich auf das Äußerliche der akademischen Vorlesungen beziehen und bisweilen mit kleinen Einkünften verbunden sind. — Früher bezeichnete man mit F. auch jüngere Mediziner, welche zu ihrer eigenen praktischen Ausbildung ältere Arzte in deren Praxis unterstützten (bei ihnen famulierten); jetzt werden dieselben meist Assistenten genannt.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 560Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei