Farragut (David Glasgow), der erste Admiral der Vereinigten Staaten, wurde in Campbell's Station in der Nähe von Knoxville, im Staate Tennessee, 5. Juli 1801 geboren. Er stammte aus einer angesehenen Familie span. Abkunft, die in Minorca ansässig gewesen war. Sein Vater Georg F. wanderte bei Ausbruch des Unabhängigkriegs in Nordamerika 1776 dorthin aus, trat sofort zu den Kolonisten und kämpfte als Major sehr tapfer zu Lande an ihrer Seite, ebenso wie er sich auch 1812 während des Kriegs gegen England als Secoffizier auszeichnete. Ihn verband enge Freund-Port mit dem seinerzeit berühmten Commodore orter, der in seinem Hause starb. Porters Sohn, ebenfalls Seeoffizier, adoptierte den jungen David F. nach dem Tode von dessen Mutter im J. 1809, um ihn zunächst in Washington auf die Schule zu senden. Dies währte jedoch nicht lange; schon 1810 erhielt Porter das Kommando der Frerd Esser und nahm seinen Schützling mit an ord, wo er mit vollendetem 10. Jahre als Seekadett eingestellt wurde. Bei Ausbruch des Kriegs 1812 lief die Essex auf eine längere Kreuztour aus, und sehr bald hatte F. Gelegenheit, einem Ernstkampfe beizuwohnen, als Porter die engl. Korvette Alart eroberte. Die Meer in ging dann um Kap Horn in das Stille eer und machte dort eine Reihe Prisen. In Febr. 1814 lag Porter in Valparaiso vor Anker, als er in dem neutralen Hafen von der engl. Fregatte Phöbe und der Korvette Cherub angegriffen wurde. Das Gefecht währte drei Stunden, und Porter strich R seine Flagge, als er über ein Dritteil seiner Mannschaft, eingebüßt hatte und sein Schiff total zerschossen war. F. zeichnete sich bei dieser Affaire durch seine kaltblütige Ruhe und Entschlossenheit aus. Die Offiziere und Besatzung der Esser wurden auf Ehrenwort freigegeben und ten im Juli 1814 nach Neuyork zurück, wo die Bevölkerung ihnen wegen ihrer Tapferkeit einen enthusiastischen Empfang bereitete. Da inzwischen mit England Frieden Raboleser war, besuchte F. wieder die Schule, wurde aber Riate nach einem halben Jahre auf die Fregatte Macedonian kommandiert, um mit einem Geschwader von 15 Schiffen nach Algier zu gehen, welchem die Vereinigten Staaten den Krieg erklärt hatten. Diese Campagne dauerte zwei Jahre. F. blieb dann noch ein Jahr lang bis Ende 1818 in Tunis, machte 1818 noch eine Kreuztour im Mittelmeere und wurde bald darauf zum dienstthuenden Lieutenant befördert. Im folgenden Jahre kehrte er nach Washington zurück, um seine Offiziersprüfung abzulegen, nahm 1823 an einer Kreuztour zur Ausrottung von Piraten an der Mosquitoküste teil, verheiratete sich im folgenden Jahre und wurde 1825 zum wirklichen Lieutenant befördert. Während der nächsten Jahre diente er auf verschiedenen Schiffen der brasilian. Station und wurde 1832 erster Lieutenant der Fregatte Natchegen. Im J. 1834 erhielt er das Kommando eines Schoners und kehrte 1835 mit ihm nach Norfolk urück, um drei Jahre lang am Lande zu bleiben. Im 5. 1838 würde er Befehlshaber der Korvette Erie, ging mit ihr nach Mexiko und war dort Augeneuge der Beschießung und unch die des Insellorts San-Juan d'Ulloa durch die franz. Flotte unter Befehl des Prinzen von Joinville. folgenden Jahre verlor er seine Frau, ging 1841 als erster Lieutenant der Fregatte Delaware wieder nach der brasilian. Station, erhielt dort den Befehl über die Korvette Decatur und kehrte 1843 nach Norfolk urück, wo er sich Aue zweiten male verheiratete. Bei Ausbruch des Kriegs zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko erhielt er den Befehl über die Korvette Saratoga, kam aber nicht zur Aktion und wurde nur zu Blockaden verwandt. Im J. 1848 wurde er zum zweiten Kommandanten der Kriegswerft Norfolk ernannt, in welcher Stellung er bis 1850 verblieb. Dann rief man ihn zur Ausarbeitung artilleristischer Reglements nach Washington und machte ihn 1852 zum Vorsitzenden der Artillerieprüfungskommission. Zwei Jahre später entsandte ihn das Marinedepartement nach der Insel Mare an der californ. Küste, um dort eine Kriegswerft einzurichten. Er verweilte hier vier Jahre, entledigte sich der ehrenvollen Aufgabe mit vielem Geschick und erhielt 1858 den Befehl über die Schraubenkorvette Brooklyn, mit der er auf Station nach dem Meerbusen von Mexiko ging, um dort bis zum Herbst 1860 zu bleiben. Nach Ausbruch des Bürgerkriegs wurde F. zunächst nicht aktiv verwandt, als es sich jedoch um die Offnung des von den Konföderierten gesperrten Mississippi und um die Eroberung von Neuorleans handelte, ernannte man ihn zum Be⸗ .— der für diese Expedition bestimmten Flotte. Im Jan. 1862 schiffte er sich auf der Dampfkorvette Hartford ein und ging mit ihr nach der Mündung des Mississippi ab. Doch erst Ende März war die Flotte mit 18000 Mann Landtruppen unter General Butler auf Transportschiffen vollzählig eingetroffen. Dann kostete es unsagbare Mühe, um die tiefgehenden Korvetten über die Barre in der Strommündung zu bringen, und es kam der 18. April heran, bevor die Operationen beginnen konnten. F.s Flotte bestand aus 6Hschweren Korvetten, 16 Kanonenbooten und 21 Mörserschonern, sämtlich Holzschiffen. Der Mississippi wurde unterhalb Neuorleans durch das Fort Jackson von 100 schweren Geschützen am rechten und ihm schräg gegenüber durch Fort St.⸗ Philipp von 40 Kanonen am linken Ufer beherrscht. Außerdem war bei Fort Jackson der Strom auch durch starke, von verankerten Pontons getragene Ketten gesperrt, und hinter St.⸗Philipp lag die aus 11 teilweise gepanzerten Kanonenbooten und Widdern bestehende konföderierte Flottille. Nach mehrtägigem Bombardement durch die Mörserboote, das jedoch auf sehr weite Entfernung geführt werden mußte und verhältnismäßig wenig Schaden anrichtete, beschloß F. in der Nacht vom 24. April zwischen den Forts durchzubrechen und die feindliche Flottille zu schlagen. Er führte das 1 Unternehmen mit einem Mute und einer msicht durch, die ihm den Ruhm eines der größen Seehelden sicherten und den Durchbruch zu einer der bedeutendsten Thaten der Seekriegsgeschichte stempelten. Er verlor dabei nur ein Kanonenboot und etwa 300 Mann. Am 26. April nahm er Neuorleans ein; wenige Tage darauf kapitulierten die durch Butlers Truppen von der Landseite und durch die Flotte auf der Wasserseite abgeschnittenen Forts Jackson und St.⸗Philipp, und der untere Mississippi fiel damit wieder in die Hände des Nordens. Als Belohnung für diese That wurde F. der Contreadmiralsrang und der Dank des Kongresses zuerkannt. Ersterer wurde ln der Marine bis dahin nur der Commodore geür ihn besonders geschaffen, da die höchste Würde wesen war. Im Verein mit den Generalen Banks und Grant nahm er im folgenden Jahre (1863) Vicksburg und Port-Hudson und brachte damit auch den obern Mississippi in die Gewalt der Union zurück, wodurch die Sache der Konföderierten einen tödlichen Schlag erhielt. Seine glänzendste That aber vollführte F. am 5. Aug. 1864, indem er mit sieben hölzernen Korvetten, acht Kanonenbooten, sechs Raddampfern und vier gepanzerten Monitors den Eingang in Mobile-Bai erzwang, der von drei Forts, Barrikaden, Torpedos und vier gepanzerten Kanonenbooten, darunter das mächtige Widderschiff Tennessee, verteidigt und durch Hindernisse bis auf wenige hundert Schritte verengt war. Einer der Monitors wurde durch einen Torpedo 1 Lelt und durch ein temporäres Zurückgehen des Leitschiffs Brooklyn geriet die ganze Angriffslinie in solche Verwirrung, daß sie verhängnisvoll werden mußte, wenn nicht F. sich sofort mit seinem Schiffe Hartford an die Spitze der Linie begeben, dadurch die Ordnung hergestellt und den Sieg errungen hätte. Die Enge wurde forciert, der Widder Tennessee nach furchtbarem Kampfe genommen, ebenso eins der feindlichen gepanzerten Kanonenboote, während die beiden andern sich flüchteten. Dieser Sieg, einer der großartigsten, welchen je eine Flotte erfochten, kostete F. einen Monitor und 335 Mann an Toten und Verwundeten. Zwei von den Forts ergaben sich am 7., das dritte am 22. Aug. Damit war der letzte Punkt, den die Konföderierten an der Küste besaßen und durch den sie vermittelst Blockadebruchs Kriegszufuhr von England aefallen, konnten, in die Hände der Union zurückgefallen, und der gänzliche Sieg der letztern konnte nicht mehr zweifelhaft sein. Im Dez. 1864 wurde 8. zum Vizeadmiral und zwei Jahre später zum Admiral der Unionsmarine ernannt, und der Kongreß suchte durch dee Laltder dieser beiden Würden ihm den Dank des Landes zu beweisen. Während der Jahre 1867 und 1868 besuchte F. mit einem Geschwader die größern Häfen Europas und wurde überall mit Enthusiasmus empfangen. Im Sommer 1869 ging F. noch einmal nach der von ihm in das Leben gerufenen Kriegswerft auf der Mare-Insel in Californien, für die er stets das lebhafteste Interesse hegte. Auf der Rückreise erkrankte er schwer an einem Herzübel, erholte sich zwar noch einmal, starb dann aber 14. Aug. 1870 in Portsmouth im Staate New-Hampshire. Seine Leiche wurde nach Neuyork gebracht und dort beigesetzt. Der Kongreß ließ dem berühmten Admiral eine Kolossalbronzestatue in Washington errichten. F. hinterließ einen Sohn, Loyal F., welcher eine Mographie seines Vaters herausgegeben hat unter dem Titel „Life and letters of Admiral David arrakhabad, s. Farakabad. ö ter Rindviehzucht.