FeedFourth Party (engl., d. h. Vierte Partei)
GeschichteBrockhaus 1882

Fourth Party (engl., d. h. Vierte Partei), eine Partei des engl. Unterhauses, die nach dem Sturze des Ministeriums Beaconsfield und der Bildung des zweiten Ministeriums Gladstone infolge der allgemeinen Neuwahlen von 1880 ins Leben trat. Ihren Namen erhielt sie von dem Umstande, daß sie zu den schon bestehenden drei Parteien der Liberalen, der Konservativen und der Irländer, als vierte trat, indem sie, obgleich an Zahl unbedeutend und im Grunde konservativ und auf konservativer Seite sitzend, doch die Unterordnung unter diese oder irgend eine andere Partei verschmähte. Haupt und Gründer der Vierten Parteis ist Lord Randolph Churchill, ein ngerer Sohn des Herzogs von Marlborough. Ihm schlossen sich als Hauptmitglieder an: der feurige Tory Sir Henry Wolff, der advokatisch scharfe und gewandte Mr. Gorst und ein junger Neffe Lord Salisburys, Mr. Balfour. Das Ine Brnge i Mitglied der „Vierten Parteis ist ohne Frage ihr Begründer. Ehrgeizig, redegewandt und von unzweifelhaftem Talent für die polit. Satire und Invektive, erinnert Lord Randolph Churchill in mancher Beziefene an den jungen Disraeli in den Anfängen einer polit. Laufbahn, und eine bewußte Anpas-We an dieses Vorbild gibt sich in seinem ganzen esen und Treiben auf ähnliche Weise kund, wie die Haltung seiner Partei an die früher von Disraeli begründete Jung-England-Partei erinnert. Die leitenden Ideen der «Vierten Parteis lassen sich Lord Beaconsf als: Kultus mit dem Andenken ord Beaconsfields, Haß gegen Gladstone und Unzufriedenheit mit dem Mangel an Energie, der ihrer Meinung nach den Führer der konservativen Opposition im Unterhause, Sir Stafford Northcote, kennzeichnet. In Bezug auf Hemmung der parlamentarischen Geschäste hat die «Vierte Partei von Anfang an gewetteifert mit den unversöhnlichen Irländern, denen sie auch, obgleich allen irischen Reformen feindlich, ohne allen Rückhalt die Hand bietet, so oft sie dadurch ihren Zweck, der verhaßten liberal-radikalen Regierung Verlegenheiten zu verursachen, fördern kann.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 50Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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