Fascinum (wahrscheinlich vom griech. 540ννα voy, νοοσναιπìν, Zauber, Zaubermittel) kommt bei den röm. Schriftstellern sehr oft, und zwar regelmäßig im Sinne eines Gegenzaubers, eines Schutzes gegen Zauberei vor. Gewöhnlich ist damit ein Amulett in Gestalt eines männlichen Gliedes gemeint. Ein solches F. wurde in das den Kindern umgehängte Medaillon, die bulla, als Amulett gelegt; auch hing ein F. zur Abwehr des Neides unter dem Triumphwagen eines siegreich in Rom einziehenden Feldherrn. Wenn aber auch die Vestalinnen ein F. unter den röm. Heiligtümern bewahrten, so wird dabei auch an die Bedeutung des männlichen Gliedes als Symbols der Fruchtbarkeit zu denken sein, und vollends gilt dies von der Sitte, daß ein solches F. an Festtagen zu Ehren des Gottes Liber auf Wagen herumgefahren wurde. Welche große Bedeutung das F. bei den Römern hatte, ergibt sich daraus, daß von einem Gotte Fascinus gesprochen wird. Vgl. Jahn, Küber den Aberglauben des bösen Blicks bei den Alten » in den „Berichten der Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften (Lpz. 1855). Eascis (lat.), Bündel, Mehrzahl Fasces (s. d.).