Favaios (Caldas de), f. unter Caldas. auf Sicilien, 10 km im OSO. von Girgenti und 15 km vom Meere, mit (1881) 16 051 E. An der tPiazza der Stadt steht das alte, 1270 von den Chiaramonte erbaute Baronialkastel, mit Zinnen, werken und dicken Mauern um den Arkadenhof. In der Kapelle, mit normann. Kuppel, stehen Porphyrsäulen. Auf dieser Hochebene, in gleicher Breite wie die Nordküste Afrikas, gedeihen die Agaven neben all Manduin der Mittelmeerländer: Oliven, Feigen, Mandeln, Johannisbrot, Zwergpalmen u. s. w. Die Berge umher liefern reichlich Schwefel, Alaun, Kupfer, Granit, Alabaster, Stron⸗ „tian, Glimmer, Turmalin u. s. w. Favart (Charles Simon), franz. Opern⸗ und Lustspieldichter, geb. 13. Nov. 1710 zu Paris, gewann sehr jung durch sein La France délivrée par la Pucelle d'Orléanso einen Preis bei den JNeux floraux, schrieb nun für die kleinern Theater, besonders für die franz. komische Oper, und heiratete 1745 eine Sängerin dieses Theaters, die selbst einige Stücke, z. B. Annette et Lubino, verfaßt hat. Sie wurde gewöhnlich La petite Chantillys genannt und hieß eigentlich Marie Justine Benedicte Duronceray, geb. 15. Juni 1727 zu Avignon. Von ihr war der erste Versuch ausgegangen, Soubretten und Landmädchen nicht, wie bis dahin gebräuchlich gewesen, im Putze der Hofdamen, sondern in dem diesen Rollen entsprechenden Kostüm zu spielen. Nachdem die komische Oper 1745 aufgehoben worden, übernahm F. die Direktion der Schauspielertruppe, welche der Marschall von Sachsen auf seinen Feldzügen nach Flandern mit sich führte. Der Marschall von Sachsen zwang F.s Frau gegen deren Willen, seine Maitresse zu werden dadurch, +* er den Dichter ohne weiteres durch eine von der Regierung bewilligte Lettre de cachet in die Bastille führen lieö. Der Mann erlangte seine Freiheit nur dadurch wieder, daß er seine Frau zum Marschall bringen ließ. Später wurde die Frau Mitglied der Italienischen Oper, während F. fortfuhr, Opern zu schreiben. Unter seinen Stücken, an denen seine Gattin und sein Freund, der Abbe Voisenon, zuweilen Anteil nahmen, sind die ausgezeichnetsten Le cog du villager, La fille mal gardéen und Ninette à la couro, wonach Ch. F. Weiße sein Lottchen am Hofer dichtete. Seine beste Komödie ist L'Anglais à Bordeauxy. Seine Gattin starb 22. April 1772, er selbst 12. Mai 1792. F.s und seiner Gattin sämtliche Werke erschienen als Théätre de monsieur et madame FE.v (10 Bde., Par. 1763 —72). ö Beider Sohn, Charles Nicolas F., geb. 1749, gest. 1. Febr. 1806, hat ebenfalls einige Stücke geschrieben, war jedoch mehr als Sänger auf dem ital. Theater denn als Dichter ausgezeichnet.