Feldzeugmeister heißt der oberste Befehlsha ber der Artillerie. Unter Zeug verstand man näm lich beim Heere sonst, ehe ein förmliches Artillerie korps organisiert wurde, das Geschütz mit seinem ganzen Material, von Büchsenmeistern (Kon stablern) und deren Handlangern nach einem frei willigen Kontrakt mit dem Kriegsherrn geleitet. Dies «Zeug» oder 4Gezeug » stand unter einem Generalfeldzeugmeister. Bei den Franzosen hieß derselbe Grand-maitre d'artillerie, welcher Titel schon vor Einführung der Feuergeschüze, also auf die frühern Kriegsmaschinen bezüglich, unter Philipp IV. vorkommt und 1755 einging. In der österr. Armee besteht die Charge noch, aber ohne die Funktion, die der Name bezeichnet; sie entspricht der eines Generals der Infanterie in andern Armeen. In Preußen ist Generalfeldzeugmeister eine im Range des Generalfeldmarschalls stehende militär. Würde, die jedoch nur an Prinzen des königl. Hauses verliehen wird, da diese bis 1870 nicht zu Generalfeldmarschällen ernannt wurden.