Feltre, deutsch Felters, Stadt in der ital. Provinz Belluno (Compartimento Venetien), 26 km südwestlich von Belluno und 15 km von der Grenze Tirols, am Piavezufluß Colmeda in einer an Wein, Ol und Seide reichen Gegend, 303 m über dem Meere gelegen, ist Sitz eines Generalvikars, eines eistlichen Ehegerichts und eines Kathedralkapitels. Außer der Kathedrale, die schöne Gemälde besitzt, hat der Ort mehrere andere Kirchen, eine Stadt-Pall mit schöner Fagade, deren erstes Geschoß von alladio, ein Instikut der Barmherzigen Schwestern, ein bischöfl. Seminar und Gymnasium, ein Spital, ein Waisenhaus und ein aus dem 15. Jahrh. stammendes Leihhaus, das älteste in Europa. Die (1881) 12 566 E. unterhalten Seidenspinnereien so- wie Wachsbleichen und treiben Handel mit Seide, Wein und Ol. Das ehemalige Bistum F. ist mit dem von Bellund vereinigt. Im Mittelalter hatte der Ort eine feste Burg, die in den venet. Kriegen des 14. und 15. Jahrh. eine wichtige Rolle spielte. Von der Stadt führte der franz. Marschall Clarke (J. d.) den Titel des Herzogs von F., der 1864 für Charles Marie Michel de Goyon erneuert wurde. — F., im Altertum und mittellat. Feltria, bestand schon in der röm. Kaiserzeit, gehörte seit dem Ausgang der Karolinger zur Marca Veronensis et Aquileiensis, war seit dem 12. Jahrh. autonome Kommune und kam Anfang des 15. Jahrh. an die Republik Venedig, bei der es bis 1797 blieb. n diesem Jahre nahmen die Franzosen die Stadt. Im Frieden von Campo-Formio an Osterreich abgetreten, fiel F. 1805 an das napoleonische Königreich Italien; 1814 wurde es abermals von Osterreich in Besitz genommen, bei dem es bis 1866 blieb.