Fermo, gering befestigte und gut gebaute, aber mit steilen Straßen versehene Hauptstadt des gleichnamigen Kreises in der ital. Provinz Ascoli, unweit der Hauptstraße von Ancona nach Neapel, in 265 m Höhe, an einer steilen Felsenhöhe mit herrlicher Nussicht auf das 7 kmtentfernte Adriatische Meer, an welchem ihr kleiner Hafen, Porto di San-Giorgio, liegt. Letzterer, Station der Linie Bologna-Otranto der Südbahn, hat ein stattliches Kastell und hieß im Altertum Castellum Firmanum. F. ist Sitz eines Erzbischofs und einer Unterpräfektur, hat eine Kathedrale (auf dem Unterbau eines berühmten Junotempels), eine bischöfl. und acht Pfarrkirchen, viele Klöster, ein königl. Lyceum, ein Kommunalgymnasium, eine öffentliche Bibliothek und ein sehr geschmackvolles Theater und zählt (1881) 18383 E., welche'namentlich Getreide⸗ und Wollhandel treiben. An der stattlichen Piazza liegt das Stadthaus mit Altertümern (Inschriften u. s. w.). Ganz in der Nähe liegen die Ruinen des alten Firmum Picenum, welches seit 264 v. Chr. röm. Kolonie ward. Im Mittelalter war F. (Firmus, Firmum) während der Longobarden⸗ und Frankenzeit Hauptort eines Herzogtums (Ducatus Firmanus), dann einer Mark (Marchia Firmana, Marca Guarnerii), während der päpstl. Herrschaft war es der Hauptort der gleichnamigen Delegation.