FeedFenner
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Fenner von Fenneberg (Joh. Heinr. Christoph Matthäus), Badearzt und balneographischer Schriftsteller, geb. 25. Dez. 1774 zu arbr in Kurhessen, besuchte die Universität zu burg, habilitierte sich daselbst als Docent und wurde später Arzt in Schwalbach, sodann Physikus zu Nastädten. Einige Jahre später kehrte er nach Schwalbach zurück und begann nun hier seine eigentliche badeärztliche Laufbahn. Seinem Wirken verdankt Schwalbach zum größten Teil die gegenwärtige Blüte und Berühmtheit. F. starb 16. Dez. 1849. Seine badeärztlichen Schriften nelena. namentlich Schwalbach und seine Heilquellen. Wie früher das Journal für die Bäder und Gesundbrunnen Deutschlandso (1799 fg.), gab er später das «Taschenbuch für Gesundbrunnen und Bäder» (3 Bde., Darmst. 1816—18) und im Verein mit Döring u. a. die „Jahrbücher der Heilquellen Deutschlandso (2Bde., Wiesb. 1821 —22) heraus. Von poetischen Arbeiten veröffentlichte F. unter anderm „Das Gebet des Herrn in vier Gesängenv (Wiesb. 1819) ennich, Getreidegattung, s. unter Hir se. enny-Stratford, Dorf in der engl. Grafschaft Buckingham, 18 km östlich von Buckingham, am Grand-Junction⸗-Kanal und an der Eisenbahn Orford-Bedford, mit 1100 E., die Spitzenklöppelei, Strohhutfabrikation und Viehhandel betreiben, wie jeder Ort dieser Landschaft. Feus (d. h. Sümpfe), auch Bedford Level genannt, eine Region an der Ostküste Englands, welche den Grafschaften Norfolk, Cambridge, Huntingdon und Lincoln angehört und sich um das Astuar Wash ausbreitet. Der Teil in Lincoln heißt Holland, weil die ganze Region durchaus den niederländ. entsumpften Strecken ähnelt. Die etwa 3000 qkm großen F. werden von einander rechtwinkelig schneidenden unzähligen schiffbaren Kanälen und kleinen Gräben durchschnitten, die man aus der Ferne an ihrer Einfassung mit Rohr und Binsen erkennt. Dämme begleiten die Kanäle, die Flüsse und die Küste. Bäume sieht man selten, höchstens fassen Weiden die Gewässer ein. Wo Lehmboden eine erhöhte Stelle bildet, liegen die ältesten Dörfer und ist der Boden überaus fruchtbar; sonst findet sich durchweg niedriger Torfboden, dessen Oberfläche allmählich kultiviert wird. Aber im Mittel ist das Niveau höher als in den Niederlanden; es ist durch die Absätze aus dem Wasser erhöht und die Gefahr der ÜUberschwemmung ist hier geringer. Seit 1613 hat das Meer die Deiche nicht durchbrochen. Ein großer Teil des Bodens ist auch hier dem Meere abgerungen; nahe bei Peterborough, 45 km von der Küste entfernt, finden sich in Menge Austerschalen und andere Seemuscheln, gemengt mit Süßwassermuscheln. Unfern davon finden sich in dem ganz entwässerten Whittleseamere Walroß⸗ und Seehundsknochen mit denen anderer Tiere, sogar bei Waterbeach, 16 km von Cambridge, Reste eines Walfisches. Offenbar ist einst die ganze Fensregion ein Astuar des Meeres gewesen. Alte Uferlinien längs der Ouse enthalten Waffen und Werkzeuge aus Feuerstein, gemengt mit Süßwassermuscheln und versteinerten Rinder- und Mammutknochen, sodaß dieser Boden schon damals hoch genug gewesen, um bewohnt werden zu können. en-schui, chines. Wort, «Wasserscheides bedeutend. Im besondern bezeichnet Fen-schui-ma-thao die Stelle, wo der von Peking bis nach Ning-po sich erstreckende, die Flüsse Ho-ang-ho und Hangtse-kiang miteinander in Verbindung bringende große oder Kaiserkanal dadurch, daß in der Nähe der Stadt Tsi-ning in der Provinz Schan-tung, von Osten her der kleine Fluß Weu-ho in ihn einströmt, in eine nördl. und eine füdl. Hälfte geteilt wird. Die erstere stammt von dem berühmten Kaiser Koublai-Chan der mongol. Mareg Polo. her, dem Freunde und Beschützer von Marco Polo. Derselbe, dem auch von einigen die ganze Anlage des Kaiserkanals zugeschrieben wird, was aber nicht erwiesen ist, ließ denselben von Tsi-ning an bis zu seinem nördl. Ende fortführen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 675Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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