FeedBossi (Carlo Aurelio, Baron de)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Bossi (Carlo Aurelio, Baron de), ital. lyrischer Dichter, geb. zu Turin 15. Nov. 1758, der Sohn des Grafen B. de Sainte-Agathe, betrat die diplomatische Laufbahn im Dienste des sardin. Hofs und wurde 1796 ne Houutnental zu Petersburg. Als Sardinien seine Kontinentalstaaten an die Ver abtreten mußte, besorgte er interimistisch die Verwaltung Piemonts, bis dieses tan K einverleibt wurde. Hierauf ging er als franz. Konsul nach Jassy, erhielt dann eine Sendung nach Genua und wurde art Lam Präfekt im Depart. Ain, später im Depart. La-Manche. Auch ward er von Napoleon zum Baron erhoben. Nach der Restauration trat er wieder in sardin. Dienste, doch unterlag er als französisch Gesinnter vielen Anfechtungen und mußte 1815 den Staatsdienst verlassen. Er starb zu Paris 20. Jan. 1823. Durch B. ward die Verwendung Englands zu Gunsten der Waldenser am ardin. Hofe veranlaßt, die, von Preußen untertützt, die Anerkennung der Rechte dieser Kirchengenossenschaft zur Folge hatte. Frühzeitig trat er mit einigen Dramen auf „in denen eine lebhafte bilderreiche Darstellung und eine feurige Einbildungskraft voll dithyrambischen Schwungs herrschen. In demselben Geiste ist die Ode geschrieben, welche er dem Prinzen Leopold von Braunschweig widmete, der bei der Oderüberschwemmung in Frankfurt den Tod fand. B. gab zuerst der ital. Ode eine dramatische Form in Pindars und Klopstocks Geiste. Sein Gedicht über die Französische Revolution, «Oromasiay, findet sich in der Sammlung seiner Poesien (3 Bde. Par. 1799—1801; Lond. 1816). ö Bof Hiusst Maler der neulombardischen Schule und kunsthistor. Schriftsteller, geb. zu Busto-Arsizio im Mailändischen 11. Aug. 1777, ging 1795 nach Rom, studierte die Meisterwerke, vorzüglich Rafaels, und kehrte 1800 nach Mailand zurück, wo er an Carlo Bianconis Stelle Sekretär der Akademie der schönen Künste wurde. Vom Vizekönig von talien, Eugen Beauharnais, mit der Kopie von eonardos Abendmahl beauftragt, widmete er dem Meister dieses Werks die gründlichsten Untersuchunen, die er in dem Prachtwerk: „Del cenacolo di eonardo da Vincih (Mail. 1810) niederlegte. Vortrefflich gelang seine gleichgroße Zeichnung jenes Werks, weniger das Gemälde, beandt faellis in Wien in der Minoritenkirche befindliches Mosaik ausgeführt wurde. Später legte er sein Amt als Sekretär der Akademie nieder. Er war Mitglied des Instituts und starb 15. Dez. 1815 zu Mailand. In der Ambrosiana befindet sich seine von Canova gearbeitete Büste.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 373Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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