FeedFenner von Fenneberg (Daniel)
GeschichteBrockhaus 1882

Fenner von Fenneberg (Daniel), Führer der pfälz. Insurrektion von 1849, geb. 1820 zu Trient in Tirol, Sohn des österr. Feldmarschalllieutenants Freiherrn Franz Philipp F. (geb. 1762, gest. 19. Okt. 1824), war Zögling der Militärakademie zu Wienerisch-Neustadt, trat im Herbst 1837 als Kadett in die Armee und avancierte zum Offizier, nahm aber 1843 seine Entlassung. Nach Veröffentlichung der Schrift: „Osterreich und seine Armee (1847), hielt es F. geraten, Ssterreich zu verlassen, und lebte in Süddeutschland. Nach Wien 1848 zurückgekehrt, war F. während der Oktoberereignisse Chef der Feldadjutantur bei den Insurgenten. Nach der Einnahme Wiens durch die kaiserl. Truppen gelang ihm seine Flucht über die bayr. Grenze. Bei der Erhebung des Volks in der Pfalz 1849 begab er sich dahin und wurde vom Landesausschusse für kurze Zeit zum Hult. Vollsheers und Chef des Generalstabs des pfälz. Volksheers ernannt. In dieser Eigenschaft entwarf er eine kurze, vom Landesausschusse genehmigte sog. Heeresordnung. Der unter seinem Einflusse unternommene unglückliche Versuch einer überrumpelung der Festung Landau war Anlaß, daß er noch am Tage des Ereignisses seine Entlassung als Oberkommandant des Volkseers erhielt. Der Verlauf der Ereignisse in der falz und im Badischen brachte ihn in die Schweiz. Er wurde jedoch von 70 ausgewiesen undwandte sich nach Amerika, wo er seit 1851 zu Neuyork eine deutsche Wochenschrift Atlantiso herausgab, 1858 aber in eine Irrenanstalt gebracht werden mußte und 15. Febr. 1863 starb. Er schrieb noch: „Geschichte der wiener Oktobertager (Lpz. 1849), (Zur Geschichte der rheinländ. Revolutiono (Zür. 1850).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 675Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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