FeedFerrari (Luigi)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Ferrari (Luigi), des vorigen Sohn, geb. zu Venedig 1810, machte seine Studien unter des Vaters Leitung und Aufsicht, zeigte schon früh ein entschiedenes Kunsttalent und zählt zu den bedeutendsten Bildhauern Italiens. Er war mit an dem Denkmal beschäftigt, welches Canova für Tizian entworfen hatte, und das dann Canova selbst gesetzt wurde. Andere Arbeiten von ihm sind ein Laokoon, genauer nach Virgils Erzählung, wenn auch nicht größer als das klassische Werk; ferner ein Hirt mit einem Hündchen, Endymion genannt. Für den Seefahrer Marco Polo entwarf er auf Veranlassung seiner Vaterstadt ein Marmorstandbild, welches den gelehrten Reisenden in lebendiger Charakteristik und mit dem Ruder in der Hand zeigt; das Haupt bedeckt ein chines. Spitzhut. Für die Johanniterkirche ebendaselbst arbeitete er ein Marmordenkmal des verstorbenen Erzherzogs Friedrich von Osterreich. Ein lebensgroßes Standbild des heil. Justus in Marmor fertigte er für den Altar in der diesem Heiligen geweihten Kirche in Triest, mit Reliefs, die sich auf den Anlaß zu dieser Stiftung eine Verwundung des Erzherzogs Mar Ferdinand durch einen Sturz aus dem Wagen unweit der Kirche) beziehen. Außerdem bilden Grabmäler und Genreslulptur die Hauptthätigkeit des Künstlers.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 704Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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