FeedLonghi (Giuseppe)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Longhi (Giuseppe), berühmter ital. Kupferstecher, geb. 13. Okt. 1766 zu Monza, bildete sich in Vangelisti zu Mailand und ging später nach Rom. Als er 1797 nach Mailand zurückgekehrt war, gab ihm Bonaparte den Auftrag, sein Bildnis, von Gros gemalt, in Kupfer zu stechen. Im J. 1798 wurde er Professor an der Kunstakademie. L. starb zu Mailand 2. Jan. 1831. Kein gleicheitiger Künstler verstand in seinen Stichen das Fleisch mit solcher Lebendigkeit wiederzugeben, wie er. In der freien Stichmanier, in welcher sich Radierung mit kalter Nadel verbindet, übertraf er selbst die frühern großen Meister; so in dem Philosophen nach Rembrandt für das Musée trançais, und in seinem Dandolo nach Matteini. Seine nach Correggio gestochene Magdalena gibt mit außerordentlicher Treue die Durchsichtigkeit und Zartheit der Tinten des Originals wieder. Ebenso vortrefflich ist die nach Albani gestochene Galatea, die Vision des Hesekiel nach Rafael und dessen Sposalizioo. Seine letzte Arbeit, das Jüngste Gericht nach Michel Angelo in zwei Blättern nach des röm. Malers Minardi Zeichnung, blieb unvollendet. L. fertigte auch eine große Zahl Bildnisse berühmter Zeitgenossen, so das Washingtons, Eugene Beauharnais' u. a. Durch seine «Teoria della calcograflao (Bd. 1, Mail. 1830; deutsch 1837) machte er sich auch als Schriftsteller rühmlich bekannt. Unter seine Schüler gehören P. Anderloni, Garavaglia, Felsing, Krüger, Gruner und Steinla.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 171Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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