FeedFeuchtigkeit
NaturlehreBrockhaus 1882

Feuchtigkeit nennt man im allgemeinen den Zustand eines mit einer tropfbaren Flüssigkeit benetzten oder getränkten Stoffs. In der Physik und Meteorologie versteht man darunter die Wasserdampfverhältnisse der Atmosphäre. Man unterscheidet in dieser Hinsicht absolute und relative F. Absolute F. nennt man die in Gewicht ausgedrückte Wassermenge, welche in Dunstform in einem Raumteile Luft, z. B. einem Kubikmeter, enthalten ist. Diese ändert sich fortwährend nach Zeit und Ort. In der Regel ist nicht so viel Wasserdampf in der Luft vorhanden als der eben stattfindenden Temperatur nach darin aufgelöst sein könnte. Das Verhältnis der in der Luft wirklich vorhandenes Wasserdampfmenge zu jener, welche vorhanden sein könnte, nennt man die relative F., und dieses Verhältnis meint man in der Regel, wenn man von der F. schlechthin spricht. Wenn z. B. im Sommer bei 25 C. Temperatur ein Kubikmeter Luft 13 g Wasserdampf enthält, so sagt man, die Luft sei asehr trockeno (denn sie könnte 22½ g Wasserdampf enthalten), und feuchte Gegenstände werden in ihr schnell trocknen. Wenn dagegen im Winter bei einer Temperatur von nur 2· C. Wärme ein Kubikmeter Luft nur 6g Wasserdampf enthält, so ist die Luft schon esehr feuchte (denn sie kann bei dieser Temperatur fast gar keinen Wasserdampf mehr aufnehmen), und feuchte Gegenstände werden nur schwer trocknen. Apparate, um den Feuchtigkeitszustand der Luft anzuzeigen und abzuschätzen, nennt man tHygroskope; können derartige Instrumente dazu dienen, die F. der Luft genau zu beobachten und zu rümessen, so nennt man sie Hygrometer (s. d.). Jedes eHygrometer kann man auch als Hygroskop benutzen, idagegen läßt sich nicht umgekehrt jedes Hygroskop 1auch als Hygrometer verwenden. Feuchtwangen, Stadt im bayr. Regierungs4bezirk Mittelfranken, 28 Km im SW. von Ansbach, an der zur Wörnitz fließenden Sulzach und an der „Linie Dombühl-Nördlingen der Bayrischen Staatseisenbahn, ist Sitz eines Bezirksamts und eines Amtsgerichts, hat drei Kirchen, eine lat. Schule und zählt (1880) 2711 E., welche Leinen⸗, Woll- und Damaststoffe fabrizieren. In der Umgegend sind Sandsteinbrüche.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 748Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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