FeedFeuerhaken
HimmelskundeBrockhaus 1882

Feuerhaken (frz. attisoir, pique-feu; engl. poker, fire-hook), das Schüreisen der Heizer in Gießereien, bei Lokomotivpkesseln u. s. w. Geuertugel⸗ s. unter Unke. euerkugeln, auch Feuermeteore, nennt man helle Lichterscheinungen am Himmel, die manchmal bis zur scheinbaren Größe des Vollmondes, häufig aber in lebhafterm Glanze als die hellsten Sterne, auch wohl in vollem Tageslicht plötzlich sichtbar werden und im allgemeinen nach wenigen Sekunden wieder verschwinden. Die kleinen Erscheinungen dieser Art pflegt man mit dem Namen Sternschnuppen (s. d.) zu bezeichnen, doch ist äußerlich ein genauer Unterschied nicht zu machen. In neuerer Zeit hat sich aber aus dem Studium der Bewegungen der F. und Sternschnuppen mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ergeben, daß dieselben nicht ohne weiteres als verschiedene Größen derselben Klasse von Körpern anzusehen sind, daß vielmehr die F. als selbständige Körper durch den Raum dahinziehen, während ein enger Zusammenhang zwischen Kometen und Sternschnuppen besteht. Die F. hinterlassen oft einen hellen Schweif, der nicht selten längere Zeit (bis zu einer halben Stunde) fortleuchtend gesehen wird, nachdem die eigentliche Erscheinung der F. schon verschwunden ist. Sie zerspringen unter Funkensprühen, oft mit donnerndem Geräusch. Lange hat man ihr Entstehen nicht erklären können, und erst Chladni behauptete im Anfang des 19. Jahrh., daß sie dichte kosmische Massen wären, die außerhalb unserer Atmosphäre existierten und mit den Aêrolithen oder Meteorsteinen dieselbe Klasse von Körpern bildeten. Sie bewegen sich mit außerordentlicher Geschwindigkeit 50 und mehr Kilometer in der Sekunde, und diese Geschwindigkeit kann relativ, wenn die Bewegung der der Erde entgegengesetzt ist, noch viel beträchtlicher werden. Wenn nun diese Körper in die obern Luftschichten eindringen, so erfahren sie hier einen Widerstand durch die Luft, sie werden im allgemeinen die Luftteilchen vor sich her treiben und so einen immer größern Widerstand uberwinden müssen. Da nun die durch Widerstand gehemmte Bewegung in Wärme übergeht, so wird sich zunächst auf den vordern Flächen der Kugel Wärme entwickeln, die bei der enormen Bewegung die heftigste Glüherscheinung hervorbringen wird. Es werden sich Teile der Kugel loslösen, im glühenden Zustand zurückbleiben und den Anblick eines Schweifes bieten, die im Innern enthaltenen Gase werden infolge der hohen Temperatur oft den ganzen Körper zersprengen und so die beobachteten Explosionserscheinungen zeigen. Es ist in nicht gerade seltenen Fällen, namentlich in der neuern Zeit, wo man auf diese Erscheinungen besonders aufmerksam geworden ist, gelungen, Trümmer solcher F. aufzufinden. Nach den Untersuchungen solcher Bruchstücke unterscheidet man mit Rücksicht auf die chem. Zusammensetzung mineralische und metallische F., und im allgemeinen nennt man die zur Erde gelangten Körper Meteorite. Die mineralischen, Steinmeteorite, hat man viel häufiger als die metallischen Eisenmeteorite Amorthit Erstere enthalten vornehmlich 1 northit, Magnetkies, Olivin, Quarz u. s. w., letztere bestehen oft ganz aus H Eisen, doch sind darin auch gediegenes Nickel, Kobalt, Kupfer, Zinn u. s. w. nachgewiesen worden. (S. Meteorite, Sternschnuppen.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 752Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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