FeedFunkeln
HimmelskundeBrockhaus 1882

Funkeln bezeichnet im allgemeinen eine zwar längere Zeit dauernde, jedoch intermittierend aufblitzende Lichterscheinung. Das Licht beim F. ist meist kräftig, aber unruhig, hin und her zitternd; es wechselt auffallend seine Stärke und häufig auch seine Farbe. Die Ursachen des F. können verschiedene sein. Es kann einfach von einer schwachen 2 Unruhe der Lichtquelle herrühren oder von jener der Körper, welche das Licht zurückwerfen und 2 brechen, wobei im letztern Falle eine Farbenzerstreuung eintritt; hierher gehört z. B. das F. der Diamanten. Das F. oder die Seintillation der Fixsterne erklärt Arago aus der Interferenz (s. d.) des Lichts, wobei der Fixstern als Lichtpunkt angenommen wird und die stets etwas wechselnde Dichte der Atmosphäre den wechselnden Gangunterschied der Lichtstrahlen und daher das farbenwechselnde F. (rot, grün oder blau) bewirkt. Bei den Planeten, welche als scheinbare Lichtscheiben aus vielen Lichtpunkten bestehend angesehen werden dürfen, wirkt das F. des einen Lichtpunktes dem andern entgegen, sodaß bei den Planeten kein oder nur ein sehr schwaches F. zu bemerken ist. Bei sehr trockener Luft tritt das F. der Firsterne schwächer auf, als wenn dieselbe anfängt mehr Wasserdampf aufzunehmen, weshalb den Seeleuten das starke F. der Firsterne als Zeichen eines baldigen Regens gilt. eil in den höhern Breiten die Luft minder trocken als zwischen den Wendekreisen ist, erscheint auch das F. dort auffallender als unter den Tropen. Vgl. Erner, allber das F. der Sterne und die Scintillation überhaupte (Wien 1882).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 413Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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