Feuerwaffen nennt man diejenigen Waffen, denen mittels der Expansionskraft der bei der brennung des Schießpulvers oder anderer Expl stoffe sich entwickelnden Gase Geschosse (s. d.) ir Ferne auf den Feind oder dessen Deckungsmitte getrieben werden. Die F. sind also Fernwaffen Gegensatze zu den nur für das Handgemenge bestin ten Nahe-oder Blanken Waffen (s. d.). Sie zerfo in große Feuerwaffen, auch Geschütze (s. d. nannt, welche zu ihrer Bedienung der vereini Anstrengung mehrerer Menschen, zu ihrer 8 schaffung gleichfalls bedeutender, meist tierischer! mechan. Kräfte bedürfen, und in kleine Feu waffen, auch Handfeuerwaffen (s. d.) oder k. nes Gewehr genannt, welche von einem Menst mit Leichtigteit gehandhabt und andauernd tre portiert werden können. Die großen F. bilden Bewaffnung der Artillerie (s. d.), die Handfeuerr fen die Hauptwaffe der Infanterie und eine sei däre der andern Truppengattungen. (S. Gewe! Statistische übersicht ichisch-Ungarischen Privat-Feuerversicherungslexkl. lokale Verbände) für 1881. 1825Gegens.230 791 425 549 161 573 369 16 159 18²⁷ „ 189 839 14⁰0 668 942 829 133 62 60⁸ 1829 v 139 610 066 619 604 489 533 72 29⁷7 18² 145 650 786 6⁵⁵ 539 397 0⁵6 231 191 1860 311 133 3522226 276 1084˙8⁵⁰ 540 828 1861 * 186 761 068 586 829 65 128 131˙511 186⁵ 63 990 225 54 818 10 482 25 591 1866 54261 850 158 64⁵ 30 6²⁵ 43 98⁴ 186⁷ 129 667 484 8²⁷ 7⁴⁷ 62²⁷ 322 58 94⁵ 1867 120 656 739 4²8⁸ 51⁷ 223 5⁴8 23 281 186⁷ * 11917 284 73 421 64803 16⁰ 1831 Akt. 1 130 000 000] 5 833 636 2521540 9295²½⁷ 1838 975 000 0004473 355 3 440 931 276 72⁸ 1856 519 632 257 411⁰0 5⁵⁵ 1521˙ 6⁰9 580 548 186⁰ * 600 000 0⁰0⁰ 2 6⁵⁸ 091 1338 251 193 487 1864 470 000 0002315 798 833 0²¹ 459 242 186⁷ * 465 224282 1485 67⁵ 752 356 160 0⁰03 1880 * 522 301 683 2 458 807 1066 056— 86 350 1881 310 703 6³⁰ 1181 894 668 37⁰ 196 79⁷ Summa Fl. 577˙ 141271 . einzelnen Schriftstellern hat man in der Schlacht 328 Dimensionen, die in ihrem plumpen Gestell den „aus schen, teils solche von größerer Form, aus denen (Uman Bombarden nannte. Aus letztern entdie wickelten sich allmählich die heutigen Geschütze. el etc. Eigentliche Handfeuerwaffen kamen dagegen erst zu im Ende des 14. oder Anfang des 15. Jahrh. auf. allenund gewannen erst durch die Erfindung des Schaf⸗ )ge-tes eine ihrer heutigen Form sich annähernde Geigten stalt. Einen bedeutenden Fortschritt machten die Handfeuerwaffen, als man in Deutschland Ende oder des 15. Jahrh. das mit Zügen versehene Gewehr, ter-die Büchse (s. d.) erfand, die größere Fernwirkung und größere Genauigkeit im Treffen ergab, aber schen zunächst nur eine beschränkte Verbreitung fand. Es war natürlich, daß die F. bald die bisher üblidie schen Fernwaffen verdrängten, denn ein Pulver- als die stärksten alten Schleudermaschinen. Ebenso hr.) Hergaben die kleinen Bleikugeln selbst der frühesten und noch sehr mangelhaften Handfeuerwaffen eine bedeutend größere Wirkung als die Bolzen der ben Alrr nur mittels einer Handwinde zu spannenen Armbrüste. Demnach konnte es auch nicht ausbleiben, daß die F. nicht nur einen bedeutenden Einfluß auf die Bewaffnung, sondern auch auf die Gestaltung des ganzen Kriegswesens ausübten. Die Unbehilflichkeit der ersten F. wies ihnen naturgemäß ihren Platz beim Angriff und der Verteidigung fester Plätze zu, und hier zeigte es sich bald, daß die Stärke der bis dahin üblichen Mauern, welche gegen die alten artilleristischen Maschinen genügt hatten, der Perkussionskraft der von der Pulverkraft getriebenen schweren Geschosse nicht mehr widerstehen konnten. Man mußte sie dem direkten Feuer entziehen, die Verteidigungslinien behufs gegenseitiger Unterstützung kunstvoll zueinander stellen und ebenso dem Verteidigungseschütz zweckmäßige Aufstellungen geben. Dies hrte zu einer ganz neuen Ausbildung der Be=⸗ estigungskunst und zur Entstehung neuer Befestiungsmanieren und Befestigungssysteme. (S. Fetungsbau.) Vor Einführung der F. spielte in allen Gefechten und Schlachten der persönliche Kampf Mann gegen Mann, also das Handgemenge, die Hauptrolle, daher man den Körper durch starke Rüstungen und sonstige Schutzwaffen gegen die feindlichen Streiche zu schützen suchte und hauptsächlich zu Pferde kämpfte. Gegen die Geschosse der Handfeuerwaffen schützten auch die stärksten Panzer nicht, und zugleich konnten die Handfeuerwaffen zu Pferde nicht mit genügendem Erfolge ebraucht werden. Dies führte zu einem allmähichen Verschwinden der vollständigen Rüstungen, zur Vermehrung des Fußvolks und einer neuen edeutung desselben durch das Ferngefecht mit der Feuerwaffe (Feuergefecht), welches bis in das 17. Jahrh. hinein fast ausschließlich von der Infanterie geführt wurde, da bis dahin die Unbehilflichkeit der Geschütze deren Verwendung im Feldkriege sehr beschränkte. Die allmähliche Verbesserung und Vervollkommnung der F. brachte neue Dausen in die Taktik. (S. Fechtart.) Die tiefen aufen der Infanterie, anfänglich hauptsächlich aus Pikenieren mit angehängten Schützen gebildet, konnten nicht bestehen bleiben, als bewegliche Geschütze im Feldkriege auftraten, und der Wunsch, möglichst viel F. des Fußvolks auf einmal wirken zu lassen, fuhrte zu breitern, weniger tiefen Aufstellungen. Die Verbindung von Pikenieren (Spießträgern) und Musketieren (Schützen) mußte gänzlich fallen, als die Erfindung des Bajonetts (s. d.) die Handfeuerwaffen zum Fern⸗ und Nahkampfe gleich geeignet machte, die Erfindung des Stein⸗ oder Feuerschlosses sie in ersterer Hinsicht verbesserte. Zudem gab die allmähliche Verbesserung, namentlich Erleichterung der Feldgeschütze der Artilleriewaffe eine neue und sich immer steiernde Bedeutung. Die namentlich von Gustav dolf angenommenen flachern Formationen der Infanterie, die von Friedrich d. Gr. eingeführte, un den höchsten Feuereffekt berechnete Lineartaktik und die seit den Revolutionskriegen aufgekommene zerstreute Fechtart der Infanterie, sowie die schnelle Vereinigung zahlreicher Geschütze zu massenhafter Wirkung sind Zeichen dieser Einflüsse. Die neuere Zeit zeigt verhältnismäßig die größten Vervollkommnungen auf dem Gebiete der F. Das glatte Gewehr wurde verdrängt durch Conversations-Lexikon. 13. Aufl. VI. das gezogene Gewehr und dieses in seinen Leistungen wiederum besonders durch Annahme der Hinterladung und des kleinen Kalibers sowie der Magazinladung Dorraniaf Das weiter tragende Infanteriegewehr veranlaßte eine ähnliche Vervollkommnung im Gebiete der Artillerie, die gezo genen Geschütze, die durch die jetzt als am zweckmäßigsten geltende Hinterladung zum höchsten Grade der Wirkungsfähigkeit gebracht worden sind. Solche Vervollkommnungen konnten nicht ohne Einfluß auf die Fechtweise bleiben. Der Gebrauch tiefer Formationen im wirksamen Feuerbereich ist infolge der großen damit verbundenen Verluste wesentlich erschwert; man ist in viel höherm Maße auf die Waler Ordnung hingewiesen; das Feuerefecht waltet noch mehr als sonst vor, und der Frontalangriff über ebenes, freies Terrain hinweg ist nur noch unter ganz besondern Formen ausführbar. (S. Fechtart.) Deuerweihe s. Feuerlöschwesen. euerweihe heißt eine Ceremonie, welche in der kath. Kirche früher am Abend des Gründonnerstags, jetzt am Morgen des Charfreitags, ohne daß die Lichter angezündet werden, vorgenommen wird. Es wird nämlich aus einem Steine Feuer geschlagen, damit Holz angezündet und das Feuer unter Gebeten und Segenswünschen geweiht. Zugleich wird in diesem Feuer das im Vorjahre übriggebliebene geweihte ol verbrannt und an demselben ein Licht angezuündet, an welchem dann die Kerzen in der Kirche entzündet werden. Diese Ceremonie erinnert daran, * manche heidnische Völker alljährlich an einem bestimmten Tage alles Feuer auslöschen und unter mancherlei religiösen Gebräuchen durch Reiben von Hölzern neues Feuer anzünden, das als besonders rein gilt.