Gewehr, im Sinne von Wehr, bezeichnete frü-Nan die tragbaren Trutzwaffen im allgemeinen. an unterschied Feuergewehr oder kleines G. und Seitengewehr und verstand unter ersterm die Handfeuerwasse, namentlich diejenige des Fußvolks, unter letzterm die blanke Waffe, welche Offiziere und Mannschaften an der Seite tragen, wie Degen, Säbel, Faschinenmesser u. s. w. Man sprach früherhin auch von ersterm als Ober- und letzterm als Untergewehr. Auch die Pike des Fußvolks hieß G. und wurde, wenn sie eine geringere Länge hatte, wie z. B. die Spontons der Offiziere und Unteroffiziere, Kurzgewehr genannt. Die Bezeichnung G. als Infanteriefeuerwaffe und als Seitengewehr ist auch noch heute üblich. Das Wort G. ist Avertissement bei den Griffen mit dem Feuergewehr sowohl als mit dem Kavalleriesäbel. G. als längere Handfeuerwaffe bildet oft den Gegensatz zu den kürzern Konstruktionen, wie Büchse, Karabiner, Pistole, wird aber auch als allgemeine Bezeichnung für Handfeuerwaffen gebraucht. Zimmer⸗ oder Salongewehre (auch Teschings genannt) sind leichte, mit starken Zündhütchen hder dn ende G., welche entweder als Spielzeug, oder auch zur Einübung der Truppen auf den Zimmern gebraucht werden. (S. Handfeuerwaffen.)