FeedFichtner (Karl Albrecht)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Fichtner (Karl Albrecht), namhafter Schauspieler, geb. 7. Juni 1805 zu Coburg, verlebte seine ugend mit seinen Eltern, die einer wandernden Schauspielergesellschaft angehörten, erst in der Schweiz, dann im Elsaß und betrat schon als Knabe in kleinen Rollen die Bühne. Nachdem er einige Zeit das Gymnasium zu Freiburg i. Br. besucht, kehrte er 1820 zur Bühne zurück, wurde Mitglied der Köhlerschen Gesellschaft, mit der er in Offenbach, Pforzheim, Hagenau, Straßburg und Baden-Baden spielte, und kam 1822 an das Theater an der Wien. Schon 1824 ging er zum Burgtheater über, auf dem er 5. Aug. 1824 in Ifflands «Herbsttago zum ersten mal auftrat und dem er bis 31. Jan. 1865 angehörte, an welchem Tage er von den Brettern Abschied nahm. F. starb 19. Aug. 1873 zu Gastein. Als dramatischer Künstler hat er besonders in der Darstellung von Liebhabern und jugendlichen Helden Vorzügliches geleistet. Sein Repertoire war ebenso mannigfach als umfassend, indem er sich mit gleicher Sicherheit in der Tragödie wie im Schauspiel und Lustspiel bewegte. An den glänzenden Erfolgen der Bauernfeldschen Lustspiele hat er wesentlichen Anteil gehabt. Seine Gattin Elisabeth, geb. Koberwein, geb. zu Wien 1809, die sich mit ihm im Jan. 1830 vermählte, wirkte 1822—65 ebenfalls als geschätzte Schauspielerin am wiener Hofburgtheater, an dem sie 23. Aug. 1822 als Lottchen (im 4Bruderzwisto) zuerst die Bühne betreten hatte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 785Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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