Eßlair (Ferdinand), berühmter Schauspieler, geb. 2. Febr. 1772 zu Essegg in Slawonien, war in seiner Jugend Soldat und ging nachdem er auf einigen Privatbühnen erfolgreich sein schauspielerisches Talent erprobt hatte, 1795 in Innsbruck zur Bühne. Ein halbes Jahr später wurde er Mitglied des Theaters zu Passau, wandte sich 1797 nach München, wo er auf dem alten Theater des Haschebräus auftrat, und von hier 1798 nach Prag. J. K. Liebich, der ebenfalls hier und zwar als Regisseur angestellt war, gewann großen Einfluß auf C.s Spiel. Im J. 1800 entwich E. aus Prag und spielte nun erst in Augsburg, dann in Straßburg und Salzburg, wurde hier flüchtig und kam Ende des J. 1801 nach Nürnberg, wo er trotz mißlicher Verhältnisse, die einmal sogar zu seiner Verhaftung führten, bis zum Dez. 1806 aushielt, seit 1805 als Mitleiter der Direktion. Er ging nun nach Stuttart und heiratete hier, nachdem seine erste Frau damnin geb. von Fuchsheimer, in Nürnberg gestoren war, die Schauspielerin Elise Müller, mit der er 1807 in Mannheim gastierte und bis 1812 als engagiertes Mitglied wirkte. Nachdem er im Aug. 1812 auch in Berlin gastiert hatte, gehörte er vom Okt. 1812 bis Ende des J. 1814 dem karlsruher, bis 1816 dem stuttgarter 2 Mitalie an und trat darauf als lebenslängliches Mitglied in den Verband der münchener Hofbühne. Neben seiner schauspielerischen Thätigkeit übte er wie früher in Stuttgart, wo er auch Lehrer der Theaterschule gewesen war, nun auch in München die eines Regisseurs. Nach der Trennung von Elise Müller heiratete E. eine geborene Ettmeier. Wegen abnehmender Kräfte gegen das Ende der dreißiger Jahre pensioniert, unternahm er dnm an verschiedene Gastspielreisen, bis ihn in Mühlau bei Innsbruck 10. Nov. 1840 der Tod * C. kann als beinahe der letzte deutsche Heldenspieler angesehen werden. Hierzu beriefen ihn schon seine Heroenge-Ruaf sein überaus klangvolles, biegsames, allen uancen sich anschmiegendes Organ, sein sprechendes Auge und sein lebhaftes Mienenspiel. Phantasie, warme Empfindung, richtige Deklamation und eine geniale Auffassung bei starkem Trieb sich zu vervollkommmen, zeichneten ihn aus. Doch war er im Streben nach Anerkennung nicht ganz frei von Effekthascherei. In der Darstellung bürgerlicher, namentlich Ifflandscher Charaktere war er unerreichbar und durch die 3118 innigste Wahrheit und Naturtreue seines Spiels hinreißend.