FeedFidenä
ErdkundeBrockhaus 1882

Fidenä, im Altertum eine etwa 8 km nördlich von Rom über dem Tiberthale gelegene Stadt, die ursprünglich von Lateinern gegründet sein soll, dann aber von den Etruskern besetzt wurde. Diesen und speziell den Bewohnern des nahe gelegenenen Vesi diente die auf dem linken Ufer des Tiber gelegene Stadt als Brückenkopf, wie das auf dem rechten gelegene Janiculum ein solcher für Rom war. Schon in der Königszeit und den ersten Jahren der Republik wurde vielfach um die Stadt gekämpft. Wiederholt gelangte dieselbe in die Hände der Römer, ging aber jedesmal bald darauf wieder verloren. In ruhigern Besitz F.s gelangte Rom wahrscheinlich 474 v. Chr. durch den auf 400 Monate mit den Etruskern abgeschlossenen Waffenstillstand. Nachdem dieser 445 v. Chr. abgelaufen war, kam es wieder zum Kriege mit den Fidenaten, als letztere von Rom abfielen, sich an Veji und den König Tolumnius anschlossen und die röm. Gesandten ermordeten. In diesem Kriege wurde 428 v. Chr. von dem röm. Konsul Aulus Cornelius Cossus der Vejenterkönig besiegt und getötet, dessen Harnisch nebst den Statuen der ermordeten Gesandten noch zu Augustus' Zeit vorhanden war, F. aber wurde 426 genommen und zerstört. Seitdem wohnten nur wenige Ansiedler in dem kleinen Orte südlich von der alten, als Brückenkopf verwendeten festen Burg. Doch finden sich zur Zeit der Republik Duovirn daselbst, die in der Kaiserzeit im 3. Jahrh. v. Chr. seltsamerweise Diktatoren heißen. Jetzt liegt an der Stelle der Burg von F. Castel Giubileo.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 788Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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