Finnischer Meerbusen, Finskoi Salir der Russen, Suomen Lahti der Finnen, ein Teil der Ostsee, der im N. von Finland, im S. von Estland und Ingermanland (Gouvernement Petersburg) begrenzt wird, 375 km in der Länge mißt und eine wechselnde Breite von 20—130 km hat. Die Fahrt auf diesem Meerbusen ist wegen der vielen Untiefen und Versandungen, namentlich zwischen Kronstadt und Petersburg, und wegen der Felsenufer der finn. Küste, der ein wahrer Steingürtel von Granitklippen und Inseln längs ihrer ganzen Ausdehnung vorgelagert ist, sehr beschwerlich und gefahrvoll, wozu noch im Frühling die gewaltigen Eismassen hinzukommen. Die Insel Hogland steigt wie ein mächtiger Felsblock aus der Tiefe des Meeres auf und gewährt durch ihre Formen einen überraschenden Anblick. Um sie herum liegen die Inseln Lavansaari, Penisaari, Seskär, Groß⸗ und Klein-Tyttersaari; die letzte der Inseln ist Kronstadt. Der Finnische Meerbusen gehört zu den am meisten befahrenen Armen der Ostsee; der bedeutende Handel, den Petersburg treibt, lockt allein schon jährlich Tausende von Schiffen aus allen Ländern Europas, selbst aus Amerika, in seine Gewässer. Dazu kommen die vielen andern, zum Teil blühenden See⸗ und Handelsstädte, wie Hapsal, Baltischport, Reval in Estland, Narwa an dessen Ostgrenze, in Ingermanland, Wiborg, Fredrikshamn, Lowisa, Borgä, Helsingfors und Ekenäs in Finland. Fast alle diese Seestädte haben gute Häfen; Reval und Kronstadt (der Haupthafen und die Hauptfestung Petersburgs) dienen der russ. Kriegsflotte zur Station. Reval, Kronstadt und Helsingfors sind durch Forts und Festungen verteidigt. Viele Dampfboote zur Verbindung der vorzüglichsten Häfen des Busens und der übrigen Ostseeländer durchkreuzen fast beständig diese Gewässer und machen den Verkehr außerordentlich belebt.