Fischotter (Lutra), eine Gattung der marderartigen Raubtiere mit kurzen, fünfzehigen, mit großen Schwimmhäuten versehenen Füßen, einem gegen das Ende flachgedrückten Schwanze und einem sehr breiten, platten, vorn abgerundeten Kopfe. Die kurzen runden Ohren können durch Klappen verschlossen werden, die Nasenlöcher sind spaltförmig und ebenfalls verschließbar. Fast in allen Zonen gibt es F., die zum Teil wegen abweichender Bildung des Schwanzes und der Füße in Untergattungen zerfällt worden sind. Bekannt ist die europäische F. (Lutra vulgaris), welche in Seen und Flüssen und selbst an den Küsten lebt und auch in Deutschland nicht selten ist. Sie nährt sich von Fischen und Krebsen und in Ermangelung derselben auch von Wasserratten, Fröschen, Wasservögeln und Eiern, geht hauptsächlich nur nachts auf den Fang und bewohnt meist Baue, deren Einfahrt unter dem Wasserspiegel sich befindet. Jung eingefangen, läßt sie sich zähmen und zeigt sich dann ziemlich intelligent. Im ezähmten Zustande braucht sie 8 10 mittelgroße Fische zu ihrer Sättigung, woraus man auf die Verheerung schließen kann, welche schon ein Paar F., besonders wenn sie Jue haben, in Fischteichen und Flüssen anrichten. überdies schaden sie nicht allein durch Vertilgung der Fische, sondern auch noch dadurch, daß sie die Fische von den Orten, an denen sie gewohnt sind, Ibew Laich abzusetzen, vollständig vertreiben. Deshalb wird der F. überall eifrig nachgestellt, obgleich sie, durch scharfes Gehör und Geruch geleitet, den Jäger auf dem Anstande und die Falle leicht meidet. Sie ist ohne den 40—45 em langen Schwanz 70—80 em groß, oben rötlichbraun, unten grauweiß; auch gibt es eine weißgefleckte Spielart. Die an Seeküsten lebenden sind dunkler gefärbt. Die F. besitzt ein langes, glänzendes Oberhaar, unter dem ein dichtes, wolli8, dem Wasser undurchdringliches Vlies liegt. Ihr Fell ist geschätzt und aus den Haaren werden üte und Pinsel verfertigt. Das Fleisch ist wohlschmeckend und wird als Fastenspeise verwendet. —3 weit geschätzter ist das Fell der Seeotter (s. d.). ischperioden (Fiskeperioder) nennt man in Norwegen die rätselhafte Erscheinung, daß die sonst regelmäßig in jedem Jahre an den Küsten Skandinaviens erscheinenden Züge der Heringe und anderer nutzbarer Fische plötzlich sich vermindern oder ganz ausbleiben, um erst nach längerer Zeit wiederzukehren. Histor. Forschungen in den skandinav. Reichsarchiven haben ergeben, daß sich diese Erscheinung in etwa 60jährigen Perioden ziemlich regelmäßig wiederholt. So verschwanden im Kattegat seit dem J. 1808 die großen Heringszüge fast ganz und kehrten erst 1877 zurück. Infolge des Wegbleibens der Fische sind oft blühende Fischerstädte von ihrer Höhe gesunken und Tausende von Menschen verarmt. Die Ursachen der F. liegen wahrscheinlich in periodischen Schwankungen der Meerestemperaturen, welche die Nahrung und Fortpflanzung der Fis e beeinflussen. Vgl. Heincke, Die nutzbaren Fische der nordischen Meere und die Bedingungen ihrer Eristenzo (Stuttg. 1882).