FeedFletrieren (rz.)
ErdkundeBrockhaus 1882

Fletrieren (rz.), welk machen, des Glanzes, der Frische berauben beschimpfen, brandmarken. „Fletschhorn heißen zwei Hoch ipfel der Walliser oder Penninischen Alpen. . Alpen, 8.) Beide gehören der vergletscherten Gneiskette des Weißmies an, die nordöstlich vom Monte-Rosamassiv zwischen dem Saasthal und dem von der Simplonstraße durchzogenen Thale des Krummbachs von S. nach N. streicht und mit ihren nördlichsten Ausläufern sich bis zum Rhönethal vorschiebt. Das südliche F. oder Laquinhorn, eine schlanke firngepanzerte Pyramide, schwingt sich 115 der Wasserscheide zwischen der Visp (Rhöne) und der Toce (Po) aus den Firnfeldern des Trift- und des Laquingletschers zu 4016 m Höhe über dem Meere auf. 1200 m weiter nördlich, vom Laquinhorn durch die Einsenkung des Fletschjochs (3630 m) getrennt, erhebt sich zwischen dem Fletschhorngletscher, dem Roßboden⸗, Bodmer⸗ und Laquingletscher die Firnkuppe des nördlichen F. oder Roßbodenhorns zu 3988 m. Beide Gipfel sind, am besten von Saas aus, zugänglich. Das Laquinhorn wurde zuerst 24. Aug. 1856 von dem engl. Bergsteiger Ames bezwungen, das Roßbodenhorn 28. Aug. 1854 von Pfarrer Amherdt von Simpeln. Den ersten übergang über das Fletschjoch von Simpeln nach Saas bewerkstelligten im Aug. 1864 die Engländer Jacomb und Chater. Eleur (frz.), Blume, Blüte, das Feinste, Beste; F. de lis, Lilie, die Wappenblume des bourbon. Hauses, welche eigentlich eine Hellebarde bedeuten soll; daher in der Heraldik fleur delisé, ein mit Lilien bestreutes Feld.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 898Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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