Fliegenpilz, auch Fliegenschwamm (Agaricus muscarius L. oder Amanita muscaria Pers.), eine weit verbreitete und allgemein bekannte Art der Gattung Agaricus (s. d.), zeichnet sich durch die prachtvoll Werliche der mit weißlichen Schuppen bestreute Oberfläche des flachgewölbten Hutes aus und ist bekanntlich einer der giftigsten und wegen seines schönen Aussehens gefährlichsten Pilze, die es gibt. Anfangs steckt der Pilz ganz und gar in einer schneeweißen, eiförmigen Hülle, welche, nachdem der Hut durch sie hindurchgebrochen ist, zusammenschrumpfend eine wulstige Scheide am Grunde des ebenfalls weißen, dicken Stiels bildet, der bis 16 em hoch wird. Auch die an den Stial angewachsenen Blätter der untern Hutfläche sind weiß. Der F. wächst häufig in Nadelwäldern. Er hat einen widerlichen Geruch und einen brennendnachheftigen und schmerzhaften Leiden herbeiführen. Dennoch soll dieser Pilz in Rußland gegessen werden, nachdem durch Einweichen oder Kochen, in Wasser und Essig der giftige, erst in neuester Zeit genauer bekannt gewordene Stoff (Muscarin) entlene worden ist. Seinen Namen hat der Pilz von einer bekannten Benutzung, die Fliegen mit ihm zu töten, erhalten. Zu diesem Zwecke zerschneidet man ihn in Stücke und weicht dieselben in 1. oder Wasser ein. Die daran leckenden Fliegen terben binnen kurzem. In Kamtschatka bereitet man aus ihm und aus den Blättern der Sumpfheidelbeere und verschiedener Epilobien ein berauschendes Getränk.