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PflanzenreichBrockhaus 1882

Champignon heißt der geschätzteste von den eßbaren Hutpilzen, welcher zur Gattung der Blätterilze (s. Agaricus) gehört, im System den Namen Feldblatterpilz (Agaricus campestris) führt, sich vom Mai bis Oktober auf Brachäckern, Triften, Wiesen, an Waldrändern, in Obstgärten und Weinau durch ganz Europa findet und außerdem auch in Asien bis Japan, in der Berberei und Nordamerika wächst. Sein gewölbter, fleischiger, bis 10,5 em breiter Hut ist trocken, weiß, auch gelblich oder mehr oder minder braun, oben seidenartigglatt oder auch schuppig-zottig, doch nicht warzig, auf der Unterseite mit dichtstehenden, in der Jugend fleisch-oder rosenroten, später braunen Lamellen besetzt. Die Sporen 490 purpurrot. Der 5 em lange und 2,5 em dicke Stiel (Strunk) ist dichtfleischig und nach oben mit einem weißen, mehr oder minder deutlichen Hautringe umgeben. Von Geschmack ist dieser Pilz, jedoch nur solange er jung rmißt, sind unter K aufzusuchen. st, angenehm gewürzhaft-süßlich und wird sowol risch, verschieden zubereitet, genossen, als auch in Scheibchen getrocknet oder in anderer Weise konerviert zum Gebrauch aufbewahrt. Der C. wird des reichen Ertrags wegen öfter in Gewächshäusern ‚der in Kellern und andern dunkeln Räumen mit nöglichst gleichmäßiger Temperatur in der durch beitehende Fig. 1 dargestellten Weise gezogen. Dazu werden 0,9 bis 1,2 metiefe und 1,2 bis 2 mbreite Kästen mit halbgefaultem Pferdemist und Stroh abwechselnd angefüllt, und obenauf schüttet man S—10 em hoch feine Mistbeeterde, in welche man Stückchen von derjenigen Erde steckt, welche von Orten, wo die C. häufig wachsen, entnommen und mit dem zarten, schimmelartigen Mycelium (Schwammweiß) des C. durchzogen ist, auch zerschnittene Stücke des Huts oder die in der Küche beim Putzen der Pilze abgeschnittenen Lamellen. Diese Erde wird stets feucht und durch Schutzdecken, wenn nötig, warm gehalten. In der Umgegend von Paris wird die Champignonzucht von Gärtnern in geräumigen unterirdischen Räumen, meist alten Steinbrüchen, im großen betrieben. Die jetzt vielfach, hauptsächlich von Frankreich aus in den Handel kommende Champignonbrut) ist nichts anderes als eine vom Mycelium des Pilzes durchzogene Erdmasse, die in Form von Ziegelsteinen gepreßt wird und so überall hin versendet werden tann. Ein solcher Champignonkeller?o wird durch Fig. 2 dargestellt. Vgl. Lebl, Die Champignonzuchte (Berl. 1879).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 176Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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