Foraminiferen (Foraminiférae) sind meist mikroskopische, der Klasse der Wurzelfüßer (s. d.) angehörige Tiere, welche sich durch den Besitz einer einfachen (Monothalamien) oder mehrfachen, gekammerten (Polythalamien) Kalkschale auszeichnen. Die Körpersubstanz ist, wie bei allen Wurzelfüßern, eine körnige, halbweiche, tierische Ursubstanz (Sarcode oder Protoplasma), welche eigentümliche Fortsätze aussendet, die miteinander verschmelzen können und in welchen Saftströmungen sich herstellen. Mittels dieser Fortsätze (Wurzelfüße oder Pseudopodien) bewegen und ernähren sich die Tiere. Bei den F. treten diese Fortsätze entweder aus einer größern offnung der Schale, wie bei Gromia, oder aus vielen kleinen Löchern derselben hervor; zuweilen sind auch beide Austrittsarten kombiniert. Die Schalen selbst haben oft höchst zierliche Gestaltung und Formen, welche denen der Ammoniten ähneln. Die F. haben in der frühern Erdgeschichte durch Bildung mächtiger Kalkablagerungen eine bedeutende Rolle gespielt, welche sie heute noch fortsetzen. Die weiße Kreide, die Grobkalke u. s. w. sind fast gänzlich aus ihren Schalen zusammengesetzt, und noch heute werden ähnliche Ablagerungen von ihnen auf dem Boden der Meere gebildet. Alle Kalksande der Küsten enthalten bedeutende Mengen oder sind fast gänzlich von Schalen der F. gebildet. Während die mleisen, in allen Erdschichten gefundenen Formen, die außerordentlich zahlreich sind, mikroskopisch klein sind, erreichen andere, wie die im Tertiärgebilde vorkommenden Nummuliten, eine bedeutende Größe. Ob eigentümliche kuchenartige Massen, welche zuerst in den Urkalken von Canada gefunden und Eozoon canadense genannt wurden, wirklich zu den F. gehören, wie gewichtige Forscher behaupten, oder nur in spezieller Weise ausgebildete mineralische Infiltrationen bilden, ist noch nicht voll-Untern festgestellt, scheint aber, besonders durch die Untersuchungen von Möbius, zu Gunsten der letztern Ansicht entschieden. löcherig.