Flotow (Friedr., Freiherr von), deutscher Opernkomponist, geb. 26. April 1812 zu Teutendorf, einer Besitzung seiner Eltern in Mecklenburg-Schwerin, war ursprünglich zur diplomatischen Laufbahn bestimmt, ging aber mit 16 Jahren zur Musik über und machte seitdem Kompositionsstudien bei Reicha in Paris. Dort schrieb er zuerst einige Stücke für aristokratische Privattheater und trat 1839 vor die Offentlichkeit, indem die von ihm und Pilati gemeinschaftlich komponierte Oper Le naufrage de la Médusen auf dem Theätre de la Renaissance in Scene ging. Dieselbe Oper wurde seit 1846 mit einiger Veränderung unter dem Titel „Die Matroseno auch in Deutschland an einigen Orten aufgeführt. Ihr folgten in Paris 1840 „Le Forestiero (1846 als L'àame en peines umgearbeitet und dann auch unter dem Titel Der Försterv in Deutschland gegeben), 1843 KL'esclave de Camoënso und in demselben Jahre das in Gemeinschaft mit Friedr. Burgmüller und Deldevez komponierte Ballett Lady Henriettev. In Deutschland gewann F. Popularität durch die Opern Stradella (1844 zuerst in Hamburg 1—5 geführt) und Martha, oder der Markt zu Ri mondo (1847 in Wien zuerst Palletts⸗ welch letzterm Werke das Suiet jenes Balletts zu Grunde liegt. In diesen beiden Opern sprechen sich am vollständigsten die Vorzüge seines musikalischen Wesens aus, nämlich Frische und Gefälligkeit der Melodik, pikante Charakteristik und glänzendes instrumentales Kolorit. F.s spätere Opern Die Großfürstino, »Rübezahls, Indrav und «Albino machten kein Glück mehr und offenbarten auch vorwiegend das Oberflächliche und Leichtfertige seiner Komposition. Seine Marthav ist in allen Ländern bekannt. Im J. 1855 als Kammerherr und Hoftheater-Intendant nach Schwerin berufen, gab er diese Stellung 1863 wieder auf, lebte als Privatmann und starb 23. Jan. 1883 in Darmstadt. Vgl. Zernin, «Friedrich von F.» (in «Unsere Zeito,