Feuillet (Octave), franz. Romanschriftsteller und Dramatiker, geb. 11. Aug. 1812 zu Saint-Lo (Depart. Marche), erhielt seine Schulbildung in Paris und trat hier 1846 mit Le fruit défenduy in der „Revue Nouvellen, mit Le Conte de Polichinellep und einigen dramatisierten Scenen im Diable à Pariso als Schriftsteller auf. Von 1848 an veroöffentlichte er in der Revue des deux Mondesv eine Reihenfolge Proverbes, Komödien, Erzählungen, Novellen und Romane, wie: Le Pour et le Contre, „Rédemptiono, Bellahe, La partie de damesv, La clef d'oro, L'ermitagev, WLe villagen, Le cheveu blanc v, La petite comtesse v, seitdem als vermischte Schriften gesammelt in Scenes et proverbeso und «Scënes et comédieso (5 Bde., Par. 1853—56). Dazu kamen später die Romane: Le roman d'une jeune homme pauvrer (1857),L'histoire de Sybillen (1862), Monsieur de Camorso (1867), Julia de Trécœuro (1872), Un mariage dans le monder (1875), Les amours de Philippe (1877), Le Journal d'une femmer (1879), Histoire d'une parisiennes (1881). Teilweise wurden seine Romane dramatisiert und auf die Bühne gebracht. Speziell für das Theater schrieb F.: Péril en la demeures (1855), La tentationo (1860), „Montjoye (1863), La belle au bois dormanto (1865), „Julies (1869), Le Sphinxo (1874) und „Un roman parisiene 1882). F., welcher mit gleichem Glück die Litteraturzweige des Romans und des Dramas kultivierte, war eine Zeit lang ein gefeierter Modeschriftsteller. Namentlich seine ersten dramatischen Arbeiten zeichnen sich durch eine graziöse und anmutige Sprache und ebenso wie seine Romane durch ihre sittliche Tendenz aus, die nur öfters zu stark hervortritt. Veranlaßt durch den außerordentlichen Beifall, welchen Dumas der Jüngere mit seinen realistischen Stücken hervorrief, suchte F. in seinen spätern Dramen diese Richtung nachzuahmen, verzichtete aber damit auf die ihm bisher eigentümlichen feinen Zeichnungen und zarten Schattierungen von Seelenzuständen. Eine ähnliche Veränderung der Auffassungs- und Ausführungsart zeigt sich in seinen Romanen. Seit 1862 ist F. Mitglied der Französischen Akademie.