FeedFlöz oder Flötz
BaukunstBrockhaus 1882

Flöz oder Flötz, auch Lager, nennt man eine durch ihre besondern Eigenschaften auffallende Gesteinschicht, welche parallel zwischen andern gewöhnlichern Steinschichten inneliegt. Vorzugsweise wendet man diesen Ausdruck dann an, wenn die besondern Eigenschaften der Gesteinsschicht praktisch nutzbar sind. So unterscheidet man namentlich Kohlenflöze oder Kohlenlager und Erzflöze oder Erzlager, auch wohl Kalksteinflöze oder Kalksteinlager, Alaunschieferflöze oder Alaunschieferlager zwischen andern, minder wertvollen Gesteinschichten, wie Sandstein, Schieferthon, Thonschiefer u. s. w. Die Bezeichnung von F. setzt dabei voraus, daß dieses besondere Gestein gleichzeitig und auf dieselbe Weise wie das darunter befindliche Liegende und das darüber befindliche Hangende abgelagert worden sei. Auch müssen die oder Lager stets parallel zwischen den andern Schichten liegen. Sind diese Bedingungen nicht erfüllt, durchschneidet vielmehr eine plattenförmige Gesteinmasse von besonderer Art die andern Gesteine, so nennt man dies einen Gang (s. d.), der dann allemal später gebildet ist als sein Nebengestein, und zwar in einer Spalte desselben. Die Dicke oder Mächtigkeit eines F. muß stets rechtwinkelig auf seine beiderseitigen Begrenzungsflächen gemessen werden. Sie kann natürlich sehr verschieden sein n ein . jedoch selten 10 m. Die Stellen, in welchen ein F., welches in seiner größern ft-diest805 von andern Gesteinschichten bedeckt ist, die Erdoberfläche berührt, nennt man sein Ausgehendes oder Ausstreichen. F. oder Lager waren ursprünglich stets ziemlich horizontal, sind aber oft durch spätere Ereignisse aufgerichtet, gebogen, gewunden und zerbrochen worden. Unter Streichen eines F. versteht man die Richtung seiner horizontalen Erstreckung, unter seinem Fallen die Richtung und den Grad seiner Neigung gegen die Horizontalebene. Giösgebirge s. unter Bergbau. tionen) sind die mit Hilfe des Wassers zur Ablagerung gelangten Gesteinsglieder der Erdkruste. Von den eruptiven Gebirgsgliedern unterscheiden sich dieselben dadurch, daß sie 1) aus lauter einzelnen, dem periodischen Absatz entsprechenden, ziemlich parallel übereinander liegenden Schichten von oft aus zusammengekittetem mineralischen Schutt bestehenden Gesteinen aufgebaut sind; 2) sehr gewöhnlich Reste der damaligen Tier- und Pflanzenwelt umschließen (Versteinerungen führen). Die Gesteine des F. sind Konglomerate, Sandsteine, Schieferthone, Thonschiefer, Mergel, Kalksteine und nur untergeordnet Gips, Steinsalz, Kohle. Man gliedert das F. in Formationen, deren jede sich durch ihre Versteinerungsführung als ein zusammengehöriges Ganzes, als Absatzprodukte je einer geolog. Periode zu erkennen geben und die überall, wo sie auftreten, ungefähr die nämlichen organischen Reste bergen. Mehrere unter sich verwandte Formationen bilden eine Gruppe. über die einzelnen Formationen s. Geognosie und Geologie.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 923Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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