Folengo (Teofilo), berühmter ital. Dichter, auch bekannt unter dem Pseudonym Merlino Coccajo, geb. 8. Nov. 1491 in der Villa Cipada bei Mantua, stammte aus einer alten adeligen Familie und trat 1507 in den Benediktinerorden, wobei er seinen Taufnamen Girolamo mit dem Ordensnamen Teofilo vertauschte. Die Liebe zu einer Dame, Girolama Dieda, bewog ihn 1515 aus dem Kloster zu entfliehen und das Ordenskleid abzulegen, worauf er mehrere Jahre unstät herumirrte und seine maccaronischen Gedichte, sowie das romantische Epos «Orlandinop veröffentlichte. Im J. 1526 kehrte er wieder bußfertig ins Kloster zurück und gab 1527 seine Chaos del Triperunop heraus, ein bizarres und schwer verständliches Werk, worin er teils in Prosa, teils in Versen, teils in lateinischer, teils in ital. Sprache, bald mit dem Ernste der Reue, bald mit übermütiger Scherzhaftigkeit die Geschichte seines Lebens, seiner Verirrungen und seiner Bekehrung erzählt. Darauf zog er sich in ein kleines Kloster seines Ordens im Neapolitanischen zurück und schrieb dort das fromme, Christo zugeeignete, aber wenig gelesene Gedicht L'Umanità del Figliuol di Diob. Um 1533 ging er nach Sicilien, wo er in Ciam Vorsteher des Klosters Santa-Maria della Ciambra wurde, dann aber nach Palermo sich begab und das dramatische Gedicht La Pintay, eine Darstellung der Weltschöpfung, des Sündenfalls und der Erlösung, ausarbeitete. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er im Kloster Santa-Croce di Campese in der paduan. Diöcese, und starb daselbst 9. Dez. 1544. Seinen Ruf verdankt er den in ihrer Art unübertrefflichen, aber vielfach durch Obscönitäten entstellten maccaronischen Gedichten, welche zuerst 1518 zu Venedig, seitdem öfters gedruckt wurden (gute Ausgabe, Amsterd. 1692). Zu Venedig erschien zuerst 1527 das Chaos del Triperuno), 1530 der „Orlandinov, 1533 die Humanità del Figliuol di Diob. Vgl. Dalmistro, Elogio di Teofllo F. o Merlino Coccajos (Vened. 1808).