FeedFirenzuola (Agnolo)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Firenzuola (Agnolo), Sohn des Bastiano Giovannini und nach demselben Nannini, gewöhnlich aber nach dem Stammorte seiner Familie im toscan. Apennin F. genannt, war 28. Sept. 1493 zu Florenz geboren. Er studierte zu Siena und Perugia, begab sich dann nach Rom, wo er in den Orden von Vallombrosa trat, von welchem er, obgleich 1526 der Gelübde entbunden, den Nießbrauch zweier Pfründen erhielt. Sein Leben scheint eine Zeit lang, bevor er sich in der toscan. Stadt Prato niederließ, ein ziemlich ungeregeltes gewesen zu sein. Durch seine Schriften, sowohl in Versen als in Prosa, im burlesken und satirischen, wie im ernsten und moralischen Fache, als Novellist und Dramatiker erwarb er sich großen Ruf, obgleich die argen Verstöße gegen die Sitte ihm auch großen Tadel zugezogen haben. Seine Werke, darunter zwei Lustspiele, eine der Zeit angepaßte, freie Bearbeitung des «Goldenen Eselo des Apulejus (Discorsi degli animalio) und acht Novellen, erschienen erst später vollständig gesammelt (beste Ausg. von Br. Bianchi, 2 Bde., Flor. 1848). Sein Todesjahr ist ungewiß.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 834Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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