Folard (Jean Charles, Chevalier de), namhafter franz. Militärschriftsteller, geb. 13. Febr. 1669 zu Avignon, nahm von 1688 ab an den Feldzügen des franz. Heeres unter Ludwig XIV. teil, sammelte zunächst im Parteigängerkriege Erfahrungen, wurde jedoch bald im Stabe verwendet auf Empfehlung des Herzogs von Vendöme. Seine Citelkeit und Unduldsamkeit schaffte ihm viele Feinde, weshalb er nach dem Friedensschluß Frankreich verließ. F. begab sich nach Malta und kämpfte dort mit den Rittern gegen die Türken, geriet auch dort in Streitigkeiten und trat darauf in die Dienste des Königs Karl XII. von Schweden, wo er bis zu dessen Tode blieb. Er kehrte hierauf nach Frankreich zurück und starb 23. März 1752 zu Avignon. Das erste Werk F.s war eine Abhandlung über den kleinen Krieg, welche nicht gedruckt worden ist, dann folgte 1724 KNouvelles découvertes sur la guerrer und 1727—30 sein HauptwerkHistoire de Polybe aveéc commentaireso, welches großes Aufsehen erregte und von Guichard litterarisch bekämpft wurde. Friedrich d. Gr. widmete diesem Werke eine 1761 erschienene Abhandlung EEsprit du chevalier F.o und bezeichnete dessen Ansichten als Visionen. F. schrieb 1733 Fonctions et devoirs d'un officier de campagne, sowie die 1753 zu Regensburg erschienenen Mémoires pour servir à Ihistoire du chevalier de F.v.