Feedabtreiben
BaukunstBau-Lexikon 1881

abtreiben, akt. Z., 1. einen 1 Hügel biszueiner gewissen Tiefe ssteh 4., heißt, ihn in der Artabtragen, daß man an einem Ende anfängt und Stück für Stück gleich bis zur ganzen verlangten Tiefe gräbt u. so den Hügel mit seiner Fig. 29. Abtraufe. ganzen Höhe sozusagen vor sich hertreibt, also einen Theil davon stehen lassen kann, während beim Abtragen vielleicht nnicht die ganze Höhe beseitigt, wohl aber in ihrer ganzen Ausdehnung erniedrigt wird. — 2. eine Zulage abtr., sie abräumen, indem man die Balken alle nach einer Seite hin von derselben abschiebt. —3. einen Ziegelbrand d., den Ofen, von der Seite her anfangend, leer machen. — 4. (Bergb. u. Steinb.) das durch Feuer vom Felsen abgelöste Gestein vollends losschlagen; einen Steinbruch bis zu Ende der brauchbaren Steinschicht ausbeuten, auch die Halden ganz wegräumen od. wenigstens niedriger machen. — 5. (Hüttenw.)frz. Coupeller, engl. to cupel, capel, to refine. A., auch kupelliren, nennt man das Verfahren, wobei im hüttenmännischen Betrieb oder auch im kleinen in der Probirkunst, durch orydirendes Schmelzen von Legirungen, welche neben unedlen auch edle Metalle enthalten, die oxydirbaren Metalle als leichtflüssige Oxyde (Bleiglätte; s. d. Art.) und die edlen Metalle (Gold, Silber) in zusammengeschmolzener Masse gewonnen werden. Bes. versteht man unter a. die Trennung des Silbers und Bleies durch Zuführung von oxydirendemWind auf ein auf flachem Herd befindliches heißes Metallbad; s. d. Art. Abtreibofen. WJ.] — 6. (Bergb.) engl. to drive on. Wenn ein Gestein durch einen Bogen abgespannt werden soll, den dazu nöthigen Raum vorrichten. — 7. (Forstw.) einen haubaren Wald so abholzen, daß nach Wegnahme des Holzes ein neuer junger Wald entstehen kann, indem man alles Jungholz stehen läßt. — 8. (Steinm.) eine rauhe od. nicht genau die verlangte Lage habende Steinfläche abarbeiten, zu welchem Zweck sie meist erst abgespitzt, dann gekrönelt und scharrirt wird. — 9. zwei Gegenstände von Holz, Stein oder Eisen, die zu nahe an einander, aber schon ziemlich fest liegen, durch Dazwischeneinschlagen eines Keiles von einander entfernen. wichtstheilen kohlensaurem Kalk u. 1 Gewichtstheil Thon besteht; ist eine Sohle von Thon u. Quarz, Neine Sohle von Schlacken, e e ist die Kreuzabzucht im Fundament des Ofens, kfsind Formen oder Kannen, d. h. Oeffnungen zur Windzuführung, g der große Kranz oder Hauptkranz aus Bruchsteinen, h der obere kleine Kranz, Ziegelkranz. In liglit / mothes 18815bd1/0040 letzterem befindet sich das Schürloch zum Abzug der Gase und zum Nachsetzen silberreichen Bleies. Im Hauptkranz g befindet sich das Glättloch, durch welches Abzug, Abstich und Glätte entfernt werden. Der Treibherd hat meist eine niedrige, bewegliche, an einem Krahn aufgehängte Kuppel (Haube oder Treibehut genannt), die aus einem eisernen Gerippe und Blechbeschlägen besteht und auf dem Ziegelkranz h aufruht, wobei die betreffende Fuge mit Lehm verstrichen wird. Minder zweckmäßig sind die A. mit gemauerter Kuppel. In England hat man A. mit beweglichem Herd. S2.)

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 28Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

In anderen Lexika 1

Alle Lexika nebeneinander →

Auf derselben Druckseite 7

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Baukunst 6