FeedAleubilla
NaturlehreBau-Lexikon 1881

Aleubilla, f., span.⸗arab., eig. kleine Wölbung, daher Fischbehälter, der fast in keinem größeren maurischen Haus fehlte, u. zw.meist in einer schattigen Nische in der Ecke des Hofes od., wo dies der Platz nicht erlaubte, unter dem Hof neben der Cisterne angebracht war. S. übr. maurisch. Stil. AIdaba, f., span., Thürklopfer. Aldehyd, m., frz. aldehyde, m., engl. aldehyd. Mit diesem Namen bezeichnet man in der Chemie eine Klasse von organischen Verbindungen, welche die Mittelglieder zwischen den Alkoholen und den dazu gehörigen Säuren bilden. Dieselben entstehen aus den Alkoholen durch Oxydation, indem aus ihnen 2 Aequivalente Wasserstoff austreten. Aus dem gewöhnlichen Alkohol entsteht auf diese Weise der gewöhnliche A., auch Essigsäure-A. genannt, eine bei 22 siedende Flüssigkeit von ätherischem Geruch; bei weiterer Oxydation liefert der A. die Essigsäure. WI. Aldehydgrün, n., s. Anilingrün. Alea, f., lat., Halle, Laufgang. Alder, s. engl., Eller, Erle. Aleatorium, n., lat., Spielzimmer im röm.Wohnhaus. Alebaum, w., s. Elsebeere. Alége, m., frz., Verzahnungsstein in der Fensterlaibung, um die Brüstungsmauer darein zu fügen. Aleipterion, u., Kaltzimmer im griechischen und römischen Bad. Alem, m., der auf eine Stange befestigte Halbmond, als Fahne, Thurmspitze etc., s. islamitischer Stil. Alema, f., span., Wasserportion, welche einem bei einem Riego betheiligten Feldbesitzer täglich auf sein Feld geleitet wird; diese A. wird genau berechnet nach der Feldgröße, der Größe des vorhandenen Sammelbassins oder Quells und der Größe der Alfarda, die der Betr. zahlt; willkürliche Vergrößerungen der Alema auf Kosten Anderer (durch zu langes Offenlassen der Zuleitungsschleusen, Absperren der Nachbarschleusen etc.) werden sehr streng bestraft. Mehr s. u. Riego. Alene, f., frz., engl. awl, Ahle, Pfrieme. Alerce, m., span., Lärchenbaum. Das Lärchenholz war unter diesem Namen schon bei den Mauren während ihrer Herrschaft in Spanien sehr beliebt und vertrat ihnen hier und da die Stelle der Ceder, namentl. zu Deckenschalungen, Thüren und Fensterläden; s. übr. d. Art. Lärchenbaum. Alerze-Baum, m. (Fit-roia patagonica, Fam. der Zapfenfrüchtler), unserer Tanne verwandt, bildet im Innern von Chile bedeutende Waldungen (Alerzales), entwickelt riesige Stämme bei verhältnismäßig kleiner pyramidaler Krone u. läßt sich vortrefflich schon mit Hülfe der Axt zu Bretern verarbeiten. Das Holz ist roth, zieht sich nie, ist im Feuchten u. an der Luft gleich unverwüstlich und sehr leicht. Gefirnißt sieht es fast aus wie Mahagoni. Zu Gefäßen für Flüssigkeiten eignet es sich nicht, da es letzteren seine Farbe mittheilt. Die Alerze-Breter haben etwa 2m. Länge bei 0¾% mu. Breite und 0,½1 m. Dicke, und vertraten lange Zeit in einigen Gegenden Chile's die Stelle der Scheidemünze. Der Splint ist weiß, aber nur schmal. Die Nadeln der Alerze stehen in drei Reihen, sind klein und stumpf; der Bast wird zum Kalfatern der Schiffe und als Bindematerial gebraucht. Die Kähne der Chilenen bestehen aus Planken, die mittels Alerzebast an einander befestigt sind. W/.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 74Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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