FeedAther
NaturlehreBrockhaus 1882

Ather ist in der be Terminologie ein Sammelname für eine große Klasse von organischen Verbindungen, in welcher zwei Hauptgruppen zu unterscheiden sind, einfache und ide der 206 A. Die einfachen A. sind Anhydride der Al ind Enne die zusammengesetzten A. oder Ester sind äuren, in denen Wasserstoffatome der Hydroxyl9 en durch 1 Alohele h e vertreten sind, oder was dasselbe ist, Alkohole, in deren serto lgruppen Säureradikale an Stelle von Wa Anostatomten getreten sind. Aus den einsäurigen oder einwertigen Nberdle gehen die einfachen A. hervor, indem 2 Molekülen Alkohol die Elemente von 1 Molekül Wasser entzogen werden. Aus dem einen Alkoholmolekuül tritt dabei eine Hydroxylgruppe, aus dem andern ein Wasserstoffatom aus. Das zu letzterm gehörende enden Akobol verbindet dann die beiden Lanl, So enn Alkoholradikale zu einem Athylalko l. So entsteht der Athyläther aus dem Athylalkohol 2 1 er Gleichung: Alle einsäurigen Alkohole bilden die ihnen entsprechenden A. Das erste Glied dieser Reihe ist der gasförmige, erst weit unter dem Gefrierpunkt zu 60 olgt der bei 35 siedende deihe büdet C.H0 u. s. f. In der aromatischen Reihe bildet der Phenyläther C,H, O C„H, den Ausgangspunkt einer wenn auch beschränkten Anzahl von Homologen. In allen diesen Verbindungen sind zwei gleiche Alkoholradikale enthalten, es existieren jedoch auch solche, in denen zwei verschiedene Alkoholradikale durch ein Sauerstoffatom aneinander gebunden ber so B. der Methyl-Athyläther C.H. O C. H, net letztere als gemischte A. Sie werden erhalten, indem man auf die Alkali-Alkoholate die Jodverbindung eines andern Alkoholradikals wirken läßt; so entsteht der Methyl-Athyläther aus Jodmethyl und Natrium-Athylalko E. A leichung: Die A. der zweisäurigen Alkohole lassen sich von 1 Molekül des Alkohols durch Austritt einer Hydroxylgruppe und eines Wasserstoffatoms ableiten wobei dann das verbleibende Sauerstoffatom durch zwei Affinitäten an das zweiwertige Alkoholradikal gebunden wird, wie aus Wolennthe des Athylenalkohols oder Glykol zum Athylenäther oder Glykoläther erhellt: Von den zweisäurigen Alkoholen leiten sich ferner gemischte A. ab, welche entstehen, indem entweder ein Wasserstoffatom einer Hydroxylgruppe oder beide Wasserstoffatome der beiden Hydroxylgruppen durch Alkoholradikale vertreten werden, so erhält 011 aus dem Glykol das At g u Die zusammengesetzten A. können als Anhydride von Alkohol⸗ und Säuremolekülen auf-Alohr werden, die sichen ehen aus einwertigen Alkoholen und einbasischen Säuren, aus mehrwertigen Alkoholen und einwertigen Säuren oder aus mehrwertigen Alkoholen und mehrwertigen Säuren. Als Beispiele für die Atherbildung aus einwertigem Alkohol und Enef . Säure dienen folgende: Aus Methylalkohol CH, OH und Fud Rager 10; aus lalkohol C. H, OH und alber säure C. H, O OH entsteht Essigsäure-Athyläther CH; OOC. H, und Wasser H.O. Aus einem zweisäurigen Alkohol und einer einbasischen Säure entstehen durch Anhydridbildung zwei A.; so entstehen aus obenerwähntem Glykol C. H. 0H und Essigsäure C. H, O.OH der Essigsäure-Glykoläther C. H. 0 und der Diessigsäureglykoläther CH. 6Hto· Aus zweibasischen Säuren und einsäurigen Alkoholen entstehen auf gleiche Weise zwei Verbindungen, so z. B. aus Bernsteinsäure C. H. O, 1011 und Athylalkohol C. H, OH geht durch erste Anhydridbildung hervor die Athylbernsteinsäure C. H. O, oH und durch eine zweite Anhydridbildung der Diäthylbernsteinsäureäther Der Reihe n Beispiele schließen sich noch andere e Köro örige, in der Natur ungemein verbreitete Körper an. Die gewöhnlichen Fette sind zusammengesetzte A. oder Anhydride des dreisäurigen Alkohols Glycerin 11 einbasischer Säuren. Das Glyeerin ist C, H. 0 aus diesem und der Stearinsäure CueHO OH Lehin durch Anhydridbildung drei 958.00 Verbindungen hervor: das Monostearin C, H, 03 das Distearin C. H, 660 und das Tristearin CH, 60 Das letztere entspricht dem Stearin des Talges, die sämtlichen Fette sind Gemenge von Tristearin, Tripalmitin, Triolein und analog zusammengesetzten Glycerinäthern anderer Säuren. Wie die zusammengesetzten A. durch Anhydridbildung aus Säuren und Alkoholen hervorgehen, so sind sie auch durch Wasseraufnahme mehr oder weniger leicht wieder in Alkohol und Säure überzuführen und dieses gelingt namentlich leicht, wenn man statt reinen Wassers ein Alkalihydrat anwendet, wobei dann das Alkali die entstehende Säure bindet. Eine solche Spaltung eines zusammengesetzten A.s ist die Seifenbildung, welche erfolgt, wenn man Fett mit Alkalihydrat und Wasser kocht, es entsteht dabei fettsaures Alkali oder diro und Glycerin. 2* diesem Vorgange ist der Zersetzungsprozeß der zusammengesetzten A. von manchen Autoren als Verseifung ithen ul jedoch ist dieser Ausdruck in der gebräuchlichen Allgemeinheit nicht zu rechtfertigen, da das Oeife i. Produkt nur bei der Zersetzung der Fette Seife ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 125Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Naturlehre 6