Anstrichfarbe in den Handel gebracht worden, in welcher das Ol der gewöhnlichen Olfarbe durch flüssiges Zinksilikat (kieselsaures Zinkoxyd) ersetzt ist. Außerdem wird von derselben Firma ein Pulver unter der Bezeichnung Steinzinkoxyd geliefert, welches mit dem Silikat vermischt einen Anstrich giebt, der alle Arten Steinwerk täuschend nachahmen läßt. Dieser A. ist gleich der gewöhnlichen Olfarbe auf Holz, Stein, Mauerwerk, Gips re., auch auf Metalle, außer Eisen, anwendbar. Das Trocknen erfolgt schneller als bei Olfarbe und er wird sehr hart und haltbar, ist geruchlos u.billiger als Olfarbe. Zu berücksichtigen ist, daß der Zinksilikatanstrich nicht auf alte Olfarbenanstriche, überhaupt nicht auf fettige Flächen aufgetragen werden darf und daß man wegen des schnellen Trocknens nicht zu große Flächen auf einmal in Arbeit nehmen darf. Poröses Material, wie Holz, Mörtel etc., muß vorher mit reinem Silikat getränkt werden u. dann 24 Stunden lang stehen. 91. Lithoid, eine von der Fabrik chemisch-technischer Bauartikel von Adolf Gutensohn in München in den Handel gebrachte Anstrichmasse, ein Metalloxydchlorid, soll als Ersatz der theuren Olfarben dienen. Den Namen hat diese Masse von der steinartigen Härte der damit hergestellten Anstriche. 1 Pfund Lithoid deckt 6—7 ◻m. Fläche, worauf die Billigkeit dieser Masse beruht. 92. Einen schnell trocknenden Firniß erhält man, wenn man 12 Th. Schellack und 4 Th. Borax mit 100 Th. Wasser mischt u. die Mischung unter fortwährendem Umrühren vorsichtig erwärmt, bis die Lösung erfolgt. Ein mit diesem Firniß gemachter A. wird, wenn er einmal an der Luft getrocknet ist, vom Wasser nicht aufgelöst und von der Atmosphäre nicht angegriffen. Er kann mit Olfarben vermischt werden u. macht sie schnell trocknend; man fügt hierbei dem Firniß etwas Terpentin hinzu und mischt ihn zu gleichen Theilen mit Olfarbe durch tüchtiges Zusammenreiben. Des schnellen Trocknens wegen (es erfolgt in 5—10 Min.) darf man nur kleine Mengen solcher Farbe auf einmal bereiten und muß sie sofort verwenden. 93. Über die vom Maler Peters in Hildesheim erfundene Anstrichfarbe s. d. Art. Lapidar. 94. Über farbige Anstriche, Zieranstriche etc. s. die die Farben behandelnden Artikel Blau, Braun etc., ferner die Art. Brokat, Bronzirung, Brünirung, Imitation sowie die Art. Kalkfarbe, Leimfarbe, Olfarbe, Wasserglas etc., endlich über Anstriche zu bestimmten Zwecken die Art. Beize, Firniß, Lack, Schreibtafel re. Weitere bewährte Rezepte und Rathschläge für Anstrich etc. findet man in F. Fink: Der Tüncher, Stubenmaler, Stukkator u. Gipser. Leipzig, Otto Spamer. unstrümen, akt. Z., 1. frz. laver, strömend berühren, z. B. ein Fluß strömt an den Brückenpfeiler an. — 2. frz. charrier vers le rivage, engl. to add flowing, im Anfließen ansetzen, daher angeströmtes Land etc. unstücken, akt. Z., frz. rallonger. Das Anstücken ist bei aufliegenden Stein⸗ oder Holzstücken eher zu gestatten als bei freiliegenden. Angestückte Balken z. B. sind gänzlich zu vermeiden.